Keine durchgreifende Besserung
Siemens wieder knapp im grünen Bereich

Der Siemens-Konzern hat im Schlussquartal 2001/02 trotz hoher Sonderbelastungen einen knappen Gewinn erzielt. Zu den Aussichten für das seit Oktober laufende Geschäftsjahr äußerte sich der drittgrößte deutsche Industriekonzern allerdings zurückhaltend.

Reuters MÜNCHEN. Siemens bezifferte am Mittwoch in München den Quartalsgewinn nach Steuern mit 53 Millionen Euro. Im Vorjahresquartal hatte der Konzern wegen hoher Sonderaufwendungen noch einen Verlust von 1,098 Milliarden Euro verbucht.

Im Gesamtjahr stieg der Überschuss den Angaben zufolge um 24 Prozent auf 2,597 (Vorjahr: 2,088) Milliarden Euro, der Umsatz fiel (korrekt) um drei Prozent auf 84,016 (87) Milliarden Euro. Vor Steuern und Zinsen stieg der Gewinn auf 2,474 (1,329) Milliarden Euro. Darin enthalten sind allerdings 1,428 Milliarden Euro an Kosten für Restrukturierungen und Sonderabschreibungen. Allein 378 Millionen Euro verbuchte Siemens als Firmenwert-Abschreibung für den US-Zukauf Efficient Networks. Damit sei der Wert dieses zur Netzwerksparte ICN gehörenden Unternehmens ganz abgeschrieben, sagte ein Firmensprecher ergänzend. Das Ergebnis je Aktie stieg auf 2,92 (2,36) Euro, die Dividende soll wie im Vorjahr ein Euro je Aktie betragen.

Bei einem Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit von 5,564 Milliarden Euro habe Siemens eine Sonderdotierung von 1,782 Milliarden Euro an die Pensionsfonds der Mitarbeiter vorgenommen, die wegen der schwachen Kapitalmärkte eine Unterdeckung aufweisen, teilte Siemens weiter mit. Ohne diese Sonderzahlung hätte der Mittelzufluss 7,346 (Vorjahr 7,016) Milliarden Euro betragen. Weitere Sonderdotierungen von 819 Millionen Euro seien nach dem Bilanzstichtag vorgenommen worden und würden im ersten Quartal 2002/2003 verbucht.

Die krisengeschüttelte Netzwerk-Sparte ICN verringerte ihren Verlust im Geschäftsjahr auf 691 (861) Millionen Euro. Der Mobilfunk-Bereich ICM schloss nach Vorjahresverlusten von 307 Millionen Euro mit einem Gewinn von 96 Millionen Euro ab.

Einen konkreten Ertragsausblick für das neue Geschäftsjahr gab Siemens nicht. Konzernchef Heinrich von Pierer erklärte, 2003 werde ein Jahr der Herausforderungen. Bei seinen Planungen habe Siemens keine durchgreifende Besserung des wirtschaftlichen Umfelds unterstellt. Er kündigte an, die Industriebereiche Dematic und I&S würden ihre ursprünglich für 2003 erwarteten Zielrenditen erst ein Jahr später erreichen.

Insgesamt sollten sich die Margen im Konzern aber auf die vorgegebenen Ziele hin bewegen, erklärte von Pierer. Dabei würden sich geringere Sondererträge und deutlich höhere Belastungen aus den Pensionsplänen auf den Jahresüberschuss auswirken. "Wir werden uns darauf konzentrieren, einen positiven Cash-Flow aus dem operativen Geschäft zu generieren, auch wenn dies auf Grund der bisherigen Erfolge schwieriger wird." Die Siemens-Aktie wurde am frühen Nachmittag um 2,67 Prozent schwächer mit 43,44 Euro gehandelt.

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