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Keine Eigenwerbung für Team 2006

Die Werbung in eigener Sache ging für das umstrittene Team 2006 gründlich daneben. Doch Joachim Löw bewahrte dem Perspektiv-Personal trotz einer enttäuschenden Vorstellung beim 1:2 (0:0) in Ahlen gegen Polen weiter die Hoffnung auf ein Engagement bei der Fußball-WM.

dpa AHLEN. Die Werbung in eigener Sache ging für das umstrittene Team 2006 gründlich daneben. Doch Joachim Löw bewahrte dem Perspektiv-Personal trotz einer enttäuschenden Vorstellung beim 1:2 (0:0) in Ahlen gegen Polen weiter die Hoffnung auf ein Engagement bei der Fußball-WM.

"Man kann das nicht von einem Spiel abhängig machen. Sie sind im erweiterten Kader." Allerdings räumte Torschütze Benjamin Auer ein, dass es "utopisch wäre, sich über die WM Gedanken zu machen".

Reelle WM-Chance oder reine Illusion? "Es ist eine Mannschaft für die Spieler, die altersbedingt nicht mehr in der U 21 spielen können, aber weiter eine Perspektive für die A-Nationalmannschaft haben", meinte Löw, der ebenso wie Bundestrainer Jürgen Klinsmann zusammen mit Team-2006-Coach Erich Rutemöller über den Kader bestimmte. Fakt ist aber, dass Spieler wie Robert Huth, Per Mertesacker oder Lukas Podolski schon jetzt von Klinsmanns Verjüngungskur profitieren und für die A-Nationalmannschaft spielten, obwohl sie noch für die U 21 auflaufen könnten.

Für Werbung in eigener Sache reichen jedenfalls Auftritte im Team 2006 allein nicht. "Ich bin realistisch genug, dass es nur über gute Leistungen im Verein geht", meinte der 23-jährige Auer vom starken Bundesliga-Aufsteiger FSV Mainz. Durch seinen Treffer in der Nachspielzeit hatte er das Resultat ein wenig freundlicher gestaltet. Ein Spiel beim Team 2006 bringe ihn nicht unbedingt näher an die Nationalelf, befürchtete auch Bochum Marcel Maltritz.

Die erste Niederlage des Teams 2006 seit dem 6. September 2002 war für Rutemöller, der die Mannschaft von Ulli Stielike vor rund anderthalb Jahren übernommen hatte, die erste Pleite als Verantwortlicher. Dem 1:2 gegen die technisch versierten Polen, die binnen 120 Sekunden durch Vahan Gevorgian (50.) und Marek Saganowski (52.) für die Entscheidung gesorgt hatten, konnte der Chefausbilder des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) aber Positives abgewinnen: "Wir konnten sehen, wo unsere Mängel sind. Es war ein passender Gegner, ein passendes Spiel - nur der Ausgang passte nicht." Es seien Partien, "die jeden einzelnen Spieler fördern". Doch einzig Marco Engelhardt vom 1. FC Kaiserslautern und Albert Streit von Bundesliga- Absteiger 1. FC Köln konnten sich in Szene setzen.

Das nächste Spiel - erst das dritte in diesem Jahr nach dem 1:1 am 27. April in Russland und der Partie gegen Polen - bestreitet das Perspektiv-Team am 7. Dezember in Mannheim gegen die A zwei Schottlands. Ursprünglich hatte die Partie in Aalen stattfinden sollen, wurde aber auf Wunsch der Gäste verlegt.

"Es ist unsere Aufgabe, den Spielern Spielpraxis zu ermöglichen und ihnen internationale Vergleiche zu bieten", erklärte der designierte geschäftsführende DFB-Präsident Theo Zwanziger. Die "Süddeutsche Zeitung" spekulierte allerdings über die Auflösung der Mannschaft "im ungeliebten Zwischenreich" im Herbst nächsten Jahres nach Beendigung der Future-Cuprunde. Klinsmann- Assistent Löw ließ die längerfristige Zukunft des Teams offen. "Das ist zu weit voraus, wir sehen jetzt erstmal bis 2006", meinte er.

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