Keine einfache Aufgabe in Lille
BVB will unbedingt ins Uefa-Cup-Halbfinale

Alle reden vom Meisterkampf, kaum jemand redet vom Europapokal. Während die Fachwelt dem nationalen Gipfeltreffen zwischen Bayer Leverkusen und Borussia Dortmund am Sonntag entgegen fiebert, hält sich die Aufmerksamkeit für den Auftritt der Borussia beim OSC Lille zum Leidwesen von Matthias Sammer in Grenzen.

dpa DORTMUND. Vor dem Achtelfinal-Hinspiel des einzigen im UEFA-Cup verbliebenen deutschen Teams am Donnerstag (20.45 Uhr) hofft der BVB-Coach, dass sich das öffentliche Desinteresse nicht auf die Stars des Bundesliga-Tabellenführers überträgt: "Diese Partie findet eindeutig zu wenig Beachtung, aber so etwas darf Profis nicht beeinflussen."

Nach den Spitzenduellen mit Bayern München und Schalke und vor dem Meister-TÜV in der Bay-Arena fällt es allen Beteiligten offenbar schwer, sich für den schweren Gang ins Stade Grimonprez-Jooris einzustimmen. Dabei steht nicht nur aus sportlichen Gründen eine Menge auf dem Spiel: Weil für die Dortmunder die Geld-Quelle Champions League früher als geplant versiegt ist, soll der Schaden durch möglichst viele Zahltage im zweiten europäischen Wettbewerb gering gehalten werden. Wie lukrativ selbst der "Cup der Verlierer" mittlerweile sein kann, dokumentiert die Kalkulation der BVB-Führung: Allein das Achtelfinale gegen Lille soll die Vereinskasse um gut 3 Mill. Euro aufbessern.

Doch mit dieser Summe geben sich Trainer, Funktionäre und Spieler nicht zufrieden. "Wir wollen unbedingt ins Halbfinale", sagte BVB-Manndecker Christian Wörns stellvertretend für seine Mitstreiter, die nach zuletzt 13 Bundesligaspielen ohne Niederlage neuen Mut gefasst haben. Auch ohne den im Europapokal nicht spielberechtigten Neuzugang Sebastian Kehl und den gesperrten Jan Koller soll im französischen Norden eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel am 28. Februar im Westfalenstadion geschaffen werden.

Einfach wird das nicht. Immerhin stellte der OSC zuletzt mehrfach seine Klasse unter Beweis: In der Qualifikation für die Champions League zog der AC Parma gegen den derzeitigen Tabellenfünften der französischen Liga den Kürzeren, in der 3. UEFA-Cup-Runde blieb mit dem AC Florenz ein weiterer - wenn auch derzeit kriselnder - italienischer Renommierclub auf der Strecke. Zudem stimmte sich das Team von Trainer Vahid Halilhodzic mit einem 1:0 am vorigen Samstag in Nantes auf die Partie gegen Dortmund ein. Ahmed Madouni, 21- jähriger Franzose in Diensten der Borussia, warnt eindringlich vor den Qualitäten des Gegners: "Das ist eine Mannschaft ohne Superstars, ein verschworener Haufen."

Gleichwohl trauen die Terminplaner der Deutschen Fußball-Liga (DFL) den Dortmundern offenbar eine Menge zu: Bis zum Meisterschafts-Finale setzten sie noch sechs Sonntags-Spiele für den Revierclub an, damit zwischen den vermeintlichen Europacup-Spielen und der folgenden Bundesliga-Runde jeweils zwei Tage Zeit zur Regeneration bleiben. Sollte der BVB zum vierten Mal in seiner Vereinsgeschichte das Viertelfinale erreichen, könnte die "Tour de France" weitergehen. Dann trifft der Weltpokalsieger vom 1997 am 14. und 21. März auf den Sieger der Partie Olympique Lyon gegen FC Slovan Liberec.

Die voraussichtlichen Mannschaftsaufstellungen:
OSC Lille: Wimbee - Delpierre, Fahmi, Cygan, Ecker - D'Amico, Tafforeau - Sterjovski, Brunel - Bassir (Olufade), Bakari
Borussia Dortmund: Lehmann - Evanilson, Wörns, Metzelder, Dede - Reuter, Heinrich - Rosicky - Ewerthon, Amoroso (Herrlich), Ricken
Schiedsrichter: Ibanez (Spanien)

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