Keine Einigung bei Verhandlungen erzielt
ARD kündigt im TV-Streit Einstweilige Verfügung gegen Kirch an

Der Konflikt um die Bundesliga-Kurzberichte in der ARD -"Tagesschau" ist zu einem Rechtsstreit eskaliert. Das "Erste" will mit einer Einstweiligen Verfügung beim Landgericht München die Kirch-Sportrechteagentur ISPR zur Einhaltung des noch ein Jahr laufenden TV-Vertrages zwingen.

dpa HANNOVER. Dies kündigte die ARD am Mittwoch an. Der öffentlich-rechtliche Sender möchte wie bisher über drei Spiele aus der Fußball-Bundesliga in kurzen Ausschnitten in der "Tagesschau" um 20.00 Uhr berichten. Hintergrund des Streits ist die Verlegung der Fußballsendung "ran" des Kirch-Senders Sat.1 von 18.30 auf 20.15 Uhr in der am Samstag beginnenden Saison.

Beide Parteien konnten in der Verhandlungsrunde am Mittwoch keine Einigung erzielen. Nach ARD-Angaben hat die Kirch-Gruppe ein weit reichendes Kompromiss-Angebot abgelehnt. Deshalb sehe sich der TV- Sender gezwungen, juristische Schritte einzuleiten. "Wir haben unseren ganzen Spielraum ausgeschöpft. Die Gegenseite zwingt uns nun dazu, im Interesse der Zuschauer und des Bundesliga-Fußballs unser Gerecht vor Gericht zu suchen. Eine Einigung in letzter Sekunde schließen wir nicht aus. Streit haben wir nur mit Kirch - und nicht mit den Fußball-Vereinen", sagte der stellvertretende ARD-Vorsitzende Peter Voß.

Die Kirch-Gruppe widersprach dieser Darstellung. Das Unternehmen hatte zuletzt in den Gesprächen der ARD Spielberichte in einer Länge von 45 Sekunden statt wie zuvor 30 Sekunden angeboten. "Von einem weitgehenden Kompromiss-Angebot der ARD ist uns nicht bekannt. Es hat praktisch keine Bewegung der ARD gegeben. Die ARD hat weiterhin auf ihre weiter gehenden Forderungen bestanden, die die Werthaltigkeit der Sat.1-Sendung "ran" um 20.15 Uhr deutlich reduzieren würden", erklärte Kirch-Sprecher Hartmut Schultz. Die Kirch-Gruppe sehe sich in ihrer Einschätzung bestätigt, dass es dem TV-Sender um einen grundsätzlichen Konflikt in der Frage um Kurzberichte gehe.

ARD-Sprecher Rüdiger Oppers bestätigte das neue Zeit-Angebot der Kirch-Gruppe. "Ansonsten gab es aber keine Bewegung. Wir sind weit über unseren Schatten gesprungen und bis an die Schmerzgrenze gegangen", sagte Oppers. Vor allem das Problem, wann die Top-Spiele für die "Tagesschau" beim Rechteinhaber benannt werden müssen, konnte nicht gelöst werden.

Die Kirch-Gruppe will die ARD-Reporter am Samstag beim Bundesliga- Start nur dann akkreditieren, wenn sie sich "vertragskonform" verhalten. "Das bedeutet, dass keine Bilder vor Beendigung der "ran"- Sendung auf Sat.1 gezeigt werden dürfen", sagte Schultz. Sollte die ARD dies ablehnen, müssen sich die Reporter und Kamerateams den Zugang in die Stadion bei den Vereinen und der Deutschen Fußball-Liga (DFL) erzwingen. Grundlage dafür bietet das vom Bundesverfassungsgericht 1998 bekräftigte Recht auf Kurzberichterstattung.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%