Keine Einigung beim Klimaschutz
Gipfel von Genua beendet

Die Staats- und Regierungschefs der sieben führenden Industrienationen und Russlands haben am Sonntagvormittag ihren dreitägigen Gipfel von Genua beendet.

afp/rtr GENUA. Nach einer kurzen letzten Runde sollte Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi als Gastgeber die Ergebnisse des dreitägigen Spitzentreffens öffentlich vorstellen. Beim Streit um den Klimaschutz gab es keine Annäherung. Nach der gewaltsamen Razzia der italienischen Polizei im Hauptquartier der Globalisierungsgegner blieb es in Genua am Morgen zunächst ruhig.

In ihrer Abschlusserklärung hielten die G-8-Staaten offiziell ihre unterschiedlichen Positionen fest. Zwar seien alle sieben wichtigsten Industriestaaten (G7) und Russland einig im Bemühen darum, die Treibhausgase zu reduzieren, hieß es in der Abschlusserklärung, die AFP vorab vorlag. Bei aller Übereinstimmung zum Ziel gebe es aber keine Einigkeit in der Haltung zum Kyoto-Protokoll und dessen Umsetzung. In Bonn verhandelten die Vertreter von 180 Staaten am Sonntag über einen Kompromissvorschlag zur Rettung des Klimaschutzprotokolls.

Nächster Weltwirtschaftgipfel in den Rocky Montains

Im abgelegenen Kananaskis in den kanadischen Rocky Montains wird der nächste Weltwirtschaftsgipfel stattfinden. Kanadas Ministerpräsident Jean Chretien sagte am Sonntag in Genua, alle sieben anderen Partner seien damit einverstanden gewesen, das zunächst in Ottawa geplante Treffen in den abgeschiedenen Bergort, der etwa 80 Kilometer von Calgary entfernt liegt, zu verlegen. Chretien hofft, so Gewalttätigkeiten von Globalisierungsgegnern entgehen zu können. Bei den Ausschreitungen in Genua während des G8-Treffens war ein Demonstrant getötet und fast 300 verletzt worden.

"Jeder ist sehr zufrieden", sagte Chretien zur neuen Ortswahl. "Ich hatte keine Probleme, sie zu überzeugen, dass es das ist, was wir brauchen." Beim Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs aus den USA, Kanada, Japan, Großbritannien, Italien, Frankreich, Russland und Deutschland soll auch die Teilnehmerzahl der Delegationen auf 350 von jetzt geschätzt etwa 2000 reduziert werden. Das Treffen ist vom 26. bis 28. Juni 2002 geplant.

Chretien sagte, die G8 werde sich von anarchistischen Demonstranten nicht aufhalten lassen. "Wir sind demokratisch gewählt, und es ist für die Welt wichtig, sich zu treffen."

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%