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Keine Einigung im japanisch-russischen Inselstreit

Der russische Präsident Wladimir Putin und Japans Ministerpräsident Yoshiro Mori haben auch bei einem erneuten Treffen in Tokio den Streit ihrer Länder um vier Südkurileninseln im Nordpazifik nicht beilegen können.

Reuters TOKIO. Allerdings wollten beide Seiten weiter verhandeln, teilten Mori und Putin am Dienstag nach Abschluss ihrer Unterredung mit. Der Streit um die von der Sowjetunion seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs besetzten Inseln stellt das Haupthindernis für den Abschluss eines Friedensvertrages dar. Putins dreitägiger Japan-Besuch geht am Dienstag zu Ende.

Putin sagte, es sei nicht gelungen, alle Probleme bezüglich der Inseln zu lösen. Die Bemühungen gingen jedoch weiter. Er lud den japanischen Regierungschef zu einem Besuch in Russland ein. Seiner Ansicht nach sei nicht die Frist für den Abschluss eines Friedensvertrages von Bedeutung, sondern allein die Tatsache, dass beide Staaten guten Willens seien, sagte Putin in einer Pressekonferenz. "Japan und Russland haben diesen guten Willen", betonte der russische Präsident. Die beiden Länder würden das neue Jahrhundert auf einer neuen Basis beginnen: als strategische Partner.

Mori sagte ebenfalls, es sei nicht an der Zeit, eine neue Frist für den Abschluss eines Friedensvertrages festzulegen. Bereits am Montag hatte die russische Nachrichtenagentur RIA unter Berufung auf russische Delegationskreise berichtet, Russland halte nicht mehr an der ursprünglichen, bis zum Jahresende laufenden, Frist fest. Politische Beobachter hielten es ebenfalls für unwahrscheinlich, dass noch in diesem Jahr ein Abkommen geschlossen werden könnte.

Russland hält die Inseln Etorofu, Kunashiri, Shikotan und die Habomai-Gruppe seit 1945 besetzt. Japan bezeichnet die Inseln als "nördliche Territorien" und fordert ihre Rückgabe. Die Inseln sind wirtschaftlich und strategisch kaum von Bedeutung. Sie sind vor allem für das Nationalgefühl beider Länder wichtig.

Putin und Mori unterzeichneten mehrere Wirtschafts- und Handelsverträge, darunter ein Abkommen zur Schuldenhilfe. Putin sollte am Dienstag mit Vertretern der japanischen Wirtschaft zusammenkommen. Russland bemüht sich um japanische Investoren, die sich bisher angesichts ungünstiger Rahmenbedingungen eher zurückhaltend auf dem russischen Markt engagieren. Mori erklärte bereits am Montag, Japan werde Russlands Reformbemühungen unterstützen und damit hoffentlich das Investitionsklima verbessern.

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