Keine Einigung mit Gläubigern
Conseco meldet Konkurs an

Die amerikanische Versicherungskonzern und Finanzdienstleister Conseco hat angesichts seiner Milliardenschulden Konkursantrag gestellt. Es handelt sich um den drittgrößten US-Konkurs nach den Insolvenzanträgen des Telekomriesen Worldcom und des Energiehändlers Enron.

HB/dpa INDIANAPOLIS. Die Holdingfirma Conseco Inc., die Finanztochter Conseco Finance Corp. und mehrere ihrer Töchter hätten Antrag auf Gläubigerschutz im Rahmen des Kapitel 11 des US- Konkursrechtes im Konkursgericht in Chicago gestellt, teilte Conseco am Mittwoch mit. Diese Konkursverfahren erlauben eine Fortführung der Geschäfte und Sanierungsbemühungen unter Aufsicht eines Konkursrichters. Der vor 23 Jahren gegründeten Versicherungs- und Finanzgruppe war es in den vergangenen vier Monaten nicht gelungen, sich mit ihren Gläubigern auf einer Restrukturierung ihrer auf 6,5 Milliarden Dollar angewachsenen Verbindlichkeiten zu einigen.

Analysten und Rating-Agenturen hatten seit einigen Monaten den Konkursantrag erwartet, nachdem Conseco in den vergangenen Monaten seine Schulden nicht mehr zahlen konnte und Verhandlungen mit Gläubigern erfolglos verlaufen waren. Im Sommer waren die Aktien bereits vom Börsenzettel an der Wall Street genommen worden.

Die Conseco Finance hat gleichzeitig mit ihrem Konkursantrag ein Grundsatzabkommen zum Verkauf ihrer Vermögenswerte und Operationen an ein Joint-Venture der Fortress Investment Group, der J.C. Flowers & Co. und der Cerberus Capital Managment getroffen. Der vorgeschlagene Verkaufspreis soll den gesicherten Schulden des Unternehmens beim Abschluss der Transaktion entsprechen.

Die Versicherungstöchter der Gesellschaft sind nicht in die Konkursverfahren eingeschlossen. Das Unternehmen betonte, seine Versicherungstöchter seien ausreichend kapitalisiert und seien nicht von der Restrukturierung der Mutter betroffen.

Conseco habe Vermögenswerte von 52,3 Mrd. Dollar und Schulden von 51,2 Mrd. Dollar, berichtete die US- Wirtschaftsagentur Bloomberg. Conseco war in den neunziger Jahren durch den Aufkauf zahlreicher Konkurrenten zu einem der größten amerikanischen Versicherungskonzerne und zu einem großen Finanzunternehmen geworden.

Das Unternehmen war jedoch in Schwierigkeiten geraten, nachdem es 1998 mehr als sechs Mrd. Dollar für die Green hingeblättert hatte. Green Tree war der größte Kreditgeber für Käufer von "Mobile Homes" oder billigen Fertighäusern. Dies erwies sich später als schlechtes Geschäft und überschuldete Conseco.

Conseco habe in diesem Jahr einen Verlust von 2,27 Mrd. Dollar verbucht, berichtete Bloomberg. In den Jahren 2000 und 2001 habe es bereits rote Zahlen von insgesamt mehr als 1,5 Mrd. Dollar gegeben. Die Conseco-Aktien brachen in diesem Jahr um 99 % auf zuletzt vier Cent ein.

Conseco hatte unter seinem Gründer Stephen Hilbert, einem ehemaligen Lexikonverkäufer mit aufwendigem Lebensstil, einen Höhenflug erlebt. Hilbert wurde aber im Jahr 2000 wegen der Geschäftsprobleme ausgebootet. Der angesehene ehemalige Chef der GE Capital, Gary C. Wendt, wurde Nachfolger.

Wendt begann sofort, Vermögenswerte zu verkaufen. Er nahm in großem Stil Stellenstreichungen vor, schaffte allerdings die Wende nicht. Conseco geriet vor allem nach den Wirtschaftsproblemen nach der Terrorattacken vom 11. September 2001 in immer größere Schwierigkeiten. Wendt gab im Oktober den Posten des Unternehmenschefs auf, blieb aber Verwaltungsratsvorsitzender. Sein Nachfolger wurde William J. Shea, der jetzt die Conseco- Restrukturierung unter Aufsicht des Konkursrichters anstreben wird.

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