Keine Einigung über eine Übernahme
Consors und Commerzbank brechen Gespräche ab

Die Commerzbank und der Nürnberger Direktbroker Consors haben nach Angaben aus Bankenkreisen ihre Gespräche über eine Übernahme von Consors abgebrochen. Die Gespräche seien in erste Linie an den Forderungen von Consors-Chef Karl Matthäus Schmidt gescheitert, hieß es am Dienstag.

Reuters MÜNCHEN. Auch aus Kreisen der Commerzbank verlautete, die Gespräche mit Consors seien ohne Ergebnis beendet worden. "Die Sondierungsgespräche haben sich nicht konkretisiert", hieß es. Consors und die Muttergesellschaft Schmidt-Bank sowie die Commerzbank wollten die Angaben nicht kommentieren.

Die Consors-Aktien fielen nach der Meldung in der Spitze um knapp neun Prozent auf ein Tagestief bei 12,30 Euro, erholten sich anschließend aber etwas und notierten am Nachmittag noch mit 7,4 % im Minus bei 12,51 Euro. Analysten sagten, Sondierungsgespräche seien nichts Außergewöhnliches und zeigten lediglich, dass sich die Direktbanken angesichts der Börsenschwäche über Lösungen Gedanken machten. In der Branche spreche wahrscheinlich jeder mit jedem.

Consors ist gemessen an der Kundenzahl die zweitgrößte Direktbank in Deutschland, hinter der Commerzbank-Tochter Comdirect und vor der HypoVereinsbank-Tochter DAB Bank AG. Im dritten Quartal hatte das Unternehmen einen Rückgang der Transaktionen um 22 % verzeichnet. Ergebniszahlen will Consors am 13. November vorlegen.

In der Vergangenheit hatte es auch Spekulationen über Übernahmegespräche von Consors mit der Hypo-Vereinsbank, der Deutschen Bank und der Allianz gegeben, die aber nie offiziell bestätigt worden waren. Consors war ins Zentrum von Übernahmespekulationen gerückt, nachdem der Aktienkurs in den letzten zwölf Monten um 84 % gesunken war und die Direktbank als Schnäppchen gilt. Außerdem bekommt Consors nicht wie die Hauptkonkurrenten DAB Bank und Comdirect Rückendeckung durch eine Großbank. Muttergesellschaft ist die private Schmidt-Bank, die rund 70 % der Consors-Anteile hält. Dessen Vorstandschef Karl Gerhard Schmidt, Vater von Consors-Chef Karl Matthäus, hat ein Interesse an einem Verkauf von Consors bisher stets dementiert.

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