Keine Einschränkungen für Kunden
Schmid: Milliardenklage gegen France Télécom

Mobilcom-Großaktionär und firmengründer Gerhard Schmid will die France Télécom auf Schadenersatz in Milliardenhöhe verklagen. Die Summe nannte Schmid am Freitag in Hamburg nicht, "aber Milliarden sind es allemal", sagte er.

HB/rtr/vwd HAMBURG/BÜDELSDORF. Schmid sagte am Freitag vor Journalisten in Hamburg: "Ich werde vor dem Frankfurter Landgericht klagen." France Telecom habe gegen den mit Mobilcom und ihm geschlossenen Kooperationsvertrag verstoßen.

Der französische Staatskonzern France Telecom hatte in der Nacht zum Freitag entschieden, die finanzielle Unterstützung für Mobilcom einzustellen. Das Büdelsdorfer Unternehmen steht deshalb vor der Insolvenz.

Schmid forderte die Bundesregierung auf, gemeinsam mit der französischen Regierung nach Lösungen zu suchen, um die mehr als 5 000 Arbeitsplätze zu retten. "Mobilcom hat eine Chance, wenn jetzt schnell gehandelt wird", sagte er. France Télécom habe sich verhalten wie ein "Kolonialherr auf einer Bananenplantage".

Für alle Mobilcom-Kunden bleibt der Geschäftsbetrieb im Mobilfunk-, Festnetz- und Internet-Bereich uneingeschränkt bestehen. Auch Kunden der Tochtergesellschaften Cellway und Telepassport könnten wie gewohnt ohne Einschränkungen per Handy und Festnetz telefonieren sowie das Internet-Angebot von Mobilcom nutzen, teilte das kurz vor einem Insolvenzantrag stehenden Büdelsdorfer Unternehmen am Freitag mit.

Zwar werde das Management von Mobilcom nach dem Abbruch der Geschäftsbeziehungen durch Großaktionär France Télécom möglicherweise Insolvenz anmelden. Alle den Kunden vertraglich zugesicherten Leistungen blieben aber bestehen und könnten uneingeschränkt genutzt werden. Ebenso seien alle vertraglich vereinbarten Bestimmungen weiter gültig. Ein Sonderkündigungsrecht für Kunden bestehe durch die mögliche Einleitung eines Insolvenzverfahrens nicht, betonte das Unternehmen.

Die Deutsche Telekom hat derweil schon betont, dass sich ihre Mobilfunktochter T-Mobile im Falle einer Insolvenz der Büdelsdorfer um kundenfreundliche Lösungen für die Kunden bemühen will, die mit einem Mobilcom-Vertrag über das Netz von T-Mobile telefonieren. An Spekulationen über mögliche weitere Schritte wolle sich T-Mobile nicht beteiligen, sagte eine Sprecherin des Mobilfunkanbieters. Noch sei auch kein Insolvenzverfahren eingeleitet worden. Spekulationen über höhere Kundenzahlen, höhere Gewinne oder die Übernahme von Mobilcom-Unternehmensteilen würden nicht kommentiert.

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