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Keine Entscheidung im SAir-Verwaltungsrat über Zukunft der Swissair

dpa ZÜRICH. Der Verwaltungsrat des Schweizer Luftfahrtkonzerns SAir hat am Mittwoch in Zürich keine Entscheidung über die Zukunft der Swissair gefällt. Das Aufsichtsgremium prüfe laufend die strategischen Optionen, teilte die SAir am Abend in Zürich mit. Entgegen den Spekulationen in der Öffentlichkeit seien bei der Sitzung aber keine strategischen Entscheidungen gefällt worden. "Der Verwaltungsrat hält sich Optionen zur Verbesserung der Positionierung der SAirGroup offen und hat die Konzernleitung beauftragt, diese vertiefend zu analysieren", teilte die SAir mit.

Der Konzern macht im Fluggeschäft hohe Verluste. Der Aktienkurs sinkt seit Monaten. Die Beteiligungen an der belgischen Sabena, bei der LTU in Deutschland und in Frankreich reißen Millionenlöcher in die SAir-Bilanz. Deshalb sollen einige Mitglieder des Verwaltungsrats im Vorfeld der Sitzung einen Teilverkauf der Swissair in Erwägung gezogen haben. Die Medien spekulierten über eine Beteiligung der Lufthansa oder von British Airways oder American Airlines.

Der Aktienkurs schloss in Zürich mit 251,50 Franken, drei Franken niedriger als am Vortag. Der Kurs war im Oktober zeitweise auf 235 Franken gerutscht, 30 % niedriger als zu Jahresbeginn.

Einen Gewinneinbruch um mehr als 25 % hat die SAirGroup für das laufende Jahr bereits einkalkuliert. Der Konzern rechnet noch mit rund 200 Mill. Franken (132 Mio Euro/258 Mio DM). Im Fluggeschäft wird ein Verlust erwartet. Im 1. Halbjahr lag das Minus bei 155 Mill. Franken. Das der Konzern wie vor vier Jahren in die roten Zahlen rutschte, verhinderten die guten Ergebnisse im flugverwandten Geschäft wie Catering, Fracht und Flugzeugwartung.

Die von Konzernchef Philippe Bruggisser ausgegebene Strategie der Unabhängigkeit und Beteiligung an zweitklassigen Airlines in Europa wird in Branchenkreisen zunehmend hinterfragt. Bruggisser will die im europäischen Vergleich kleine Fluglinie Swissair unter allen Umständen unabhängig halten, durch Beteiligungen stärken und so vor Übernahmen schützen.

Einen finanziellen Engpass könnte die SAirGroup auf verschiedenen Wegen vermeiden, meinen Branchenkenner. Eine Möglichkeit sei, für die Swissair einen starken Partner zu suchen. Die erfolgreichen Töchter SAirLogistics oder SAirServices könnten auch separat an die Börse gebracht werden. Sich von den verlustreichen Töchtern zum Beispiel in Frankreich zu trennen, hat Bruggisser bislang ausgeschlossen.

Ebenfalls vermeiden will der Konzernchef, dass die Swissair in einer der großen Flugallianzen wie Star Alliance (Lufthansa) und OneWorld (British Airways) zum Zubringer degradiert wird. Mit Partnern wie der polnischen Lot und Turkish Airlines baut die SAir an ihrer eigenen Allianz, der Qualiflyer-Gruppe.

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