Keine Ergebnisprognose: MAN Roland streicht weitere Stellen

Keine Ergebnisprognose
MAN Roland streicht weitere Stellen

Wegen der schlechten Auftragslage in Folge der Werbekrise will der Druckmaschinenhersteller MAN Roland 2003 noch mehr Stellen streichen als bisher geplant.

HB/dpa OFFENBACH. An allen produzierenden Standorten im Rhein-Main-Gebiet, Augsburg und Plauen (Sachsen) sowie bei den Vertriebsgesellschaften wird das Personal reduziert. Das kündigte der Vorstandschef Gerd Finkbeiner, am Mittwoch in Offenbach an. Einzelheiten wollte er nicht nennen, da die Gespräche mit den Betriebsräten noch nicht abgeschlossen seien. Bislang war für dieses Jahr der Wegfall von 373 Arbeitsplätzen im Bereich Bogendruck wegen der Zusammenlegung von Werken in Offenbach beschlossen. "Wir werden nicht drum herum kommen, weiter Personal anzupassen", sagte Finkbeiner.

Für 2004 hofft die Tochter des Münchner MAN-Konzerns wieder auf bessere Geschäfte. Neben einer Belebung der Konjunktur erwarte er auch von der Messe drupa im Mai in Düsseldorf Kaufimpulse, sagte der Vorstandsvorsitzende. Zudem soll das im vergangenen Jahr beschlossene Sparprogramm im Volumen von 130 Millionen Euro greifen. 2003 werde für die weltweite Nummer zwei bei den Druckmaschinen aber noch ein "ganz schwieriges Jahr". Beim Auftragseingang sei derzeit noch kein Trend erkennbar. Viele Druckereien und Verlage hielten sich wegen der Flaute auf dem Werbe- und Anzeigenmarkt mit Investitionen weiter zurück. Auf dieser Grundlage sei auch keine Ergebnisprognose möglich.

Im Januar und Februar gingen 12 Prozent mehr Bestellungen ein. Die Nachfrage für Bogenmaschinen etwa zur Herstellung von Prospekten sei mit plus 3 Prozent weiter schwach, während die Order für Rollenmaschinen zum Zeitungsdruck um 27 Prozent gestiegen seien. Dies lasse aber noch keine Aussage für das Jahr zu. Nach einem Rekordjahr 2001 waren die Auftragseingänge 2002 um 23 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro gesunken, der Umsatz ging um 13 Prozent auf 1,8 Milliarden Euro zurück. Der Gewinn vor Steuern sackte um knapp 90 Prozent auf 10 Millionen Euro. Das Ziel eines halbierten Ergebnisses wurde damit deutlich verfehlt. Vor allem der Bereich Bogenoffset trug mit Verlusten von 43 Millionen Euro zum schlechten Ergebnis bei.

Ende 2002 zählte die Stammbelegschaft noch 10 300 Beschäftigte. 567 Jobs fielen bei der MAN-Tochter mit den Hauptstandorten Offenbach und Augsburg weg. In Erwartung einer Geschäftsbelebung habe das Unternehmen viele "Leute an Bord gehalten", um qualifizierte Mitarbeiter zu halten. Dies sei so nicht länger möglich.

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