Keine "explizite Drohung"
Konsulat in Bordeaux lässt Brief auf Gift untersuchen

rtr BORDEAUX. Das deutsche Konsulat im südfranzösischen Bordeaux hat Angaben des Auswärtigen Amtes in Berlin zufolge am Freitag einen Brief erhalten, der aus Sicherheitsgründen auf Spuren von Gift untersucht werde. In dem Brief seien der Name des moslemischen Extremisten Osama bin Laden sowie die Offenbarungsschrift des Islam, der Koran, erwähnt. Es sei jedoch Angaben der Konsulatsbeamten in Bordeaux zufolge "nicht von einer expliziten Drohung" die Rede, sagte der Sprecher des Amtes. Aus Polizeikreisen war zuvor verlautet, der Brief sei mit dem Namen Bin Ladens unterzeichnet und darin sei mit einem Anschlag mit einer biologischen Waffe gedroht worden.

Das Schreiben wurde den Angaben aus Bordeaux und Berlin zufolge in einem versiegelten Container zur Untersuchung gebracht. Angaben aus den Polizeikreisen, das Konsulat sei wegen der Drohung vorübergehend geschlossen worden, wies der Sprecher des Amtes zurück. Die Untersuchung auf Giftspuren sei eine "reine Vorsichtsmaßnahme". Auch der Verwaltungsbeamte, der den Brief in Empfang genommen und geöffnet habe, sei nicht ärztlich untersucht worden. Der Sprecher konnte keine Angaben dazu machen, wo der Brief abgeschickt wurde und in welcher Sprache er verfasst war. Die Beamten hätten berichtet, es handle sich um einen maschinengeschriebenen Brief.

In den USA war in den vergangenen Tagen bei drei Menschen eine Infektion mit dem als biologische Waffe verwendbaren Milzbrand-Erreger festgestellt worden. In Deutschland gab es mehrere Fälle, in denen wegen Drohungen mit Milzbrand-Erregern ermittelt wurde. Die US-Ermittler schließen nicht aus, dass die Infektionen im Zusammenhang mit Ankündigungen radikaler Moslems stehen, sich für die US-Angriffe auf Afghanistan zu rächen. Die USA fliegen seit Sonntag Luftangriffe auf afghanische Städte, weil sie in dem Land Bin Laden vermuten, den nach ihren Erkenntnissen Hauptverdächtigen für die Anschläge am 11. September.

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