Keine Festlegung auf Zeitplan für weitere Reformschritte
Türkei erwartet IWF-Gelder Ende Juni

Die Türkei rechnet nach den Worten ihres Wirtschaftsministers Ali Babacan nicht mit größeren Verzögerungen bei der Bewilligung der ausstehenden Kredittranche des Internationalen Währungsfonds (IWF). "Wir erwarten, dass der Fonds in der zweiten Juni-Hälfte über die Freigabe entscheiden wird - wir sind optimistisch", sagte Babacan am Freitag in einem Gespräch mit dem Nachrichtensender CNN Türk.

ISTANBUL. Der IWF hatte kürzlich die ursprünglich für Mitte Juni angesetzte Entscheidung über die Auszahlung einer Kredittranche von 500 Mill. $ zunächst auf Ende des Monats verschoben, weil die türkische Regierung mit der Umsetzung zugesagter Reformen in Rückstand geraten ist. Die Gelder sind Teil eines 16 Mrd. $ umfassenden Hilfspaket, das der Fonds nach der schweren Finanzkrise vom Februar 2001 für die Türkei schnürte. Die sukzessive Bereitstellung der einzelnen Kredittranchen ist jedoch an konkrete Reformschritte gebunden.

Eine der Bedingungen erfüllte das Parlament am Donnerstag mit der Verabschiedung eines Gesetzes, das ausländische Investitionen erleichtern soll. Andere mit dem IWF abgesprochene Reformvorhaben sind noch in Arbeit. Dazu gehören Privatisierungen von Staatsbetrieben und ein Gesetz, das für mehr Transparenz bei der Vergabe öffentlicher Aufträge sorgen soll.

"Die Beratungen im Parlament gehen ihren Gang, aber definitive Zeitpläne kann man niemals geben", sagte Babacan. Im Gegensatz zu ihm rechnen viele Analysten damit, dass sich die Freigabe der jüngsten Kredittranche wegen des Reformstaus länger verzögern könnte. "Wir erwarten die Bewilligung des nächsten Teilbetrages nicht vor der zweiten Juli-Hälfte", heißt es im jüngsten Gutachten der Investmentbank JP Morgan.

Gerd Höhler
Gerd Höhler
Handelsblatt / Korrespondent Südosteuropa
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