Keine Folgen für Konkurrenz
Börse Virt-X senkt deutlich die Preise

Die internationale Börse Virt-X will mit Schnäppchenpreisen ihren Marktanteil verteidigen und wenn möglich sogar ausbauen. Für 2007 hat die Londoner Tochter der Schweizer Börse eine deutliche Gebührensenkung angekündigt, die den Teilnehmern Einsparungen von rund 15 Prozent bringen werde.

mm LONDON. Als Lockangebot will die Virt-X in den letzten drei Monaten dieses Jahres ganz auf Gebühren für den Handel mit Schweizer und europäischen Aktien sowie mit börsennotierten Fonds verzichten. Das gebührenfreie Quartal soll den Teilnehmern Einsparungen von rund 13 Mill. Euro bringen.

Virt-X wurde im Jahr 2001 in London als erste grenzübergreifende europäische Wertpapierplattform gegründet. Allerdings entfallen auch heute noch 95 Prozent des Umsatzes auf eidgenössische Aktien. Der Marktplatz gehört zu 100 Prozent der Schweizer Börse SWX. Die SWX wiederum befindet sich im Gegensatz zu privatisierten und selbst börsennotierten Börsen wie der London Stock Exchange oder der Deutschen Börse noch immer im Besitz ihrer Mitglieder – vor allem inländischen und ausländischen Banken. „Weil wir unseren Mitgliedern gehören, können wir den wirtschaftlichen Erfolg, den der Boom im Wertpapierhandel der vergangenen Jahre gebracht hat, direkt als Kostenvorteile an die Teilnehmer weitergeben,“, erläuterte ein Sprecher. Damit kommt die Virt-X Forderungen zahlreicher Banker und Broker nach, die sich seit langem für sinkende Gebühren im internationalen Börsenhandel einsetzen.

Derzeit versucht die Europäische Union mit ihrem Programm Markets in Financial Instruments (Mifid), den Wettbewerb unter den Börsen zu fördern und damit Anreize zu Gebührensenkungen zu geben.

Die meisten Experten glauben aber nicht, dass der Schritt der Virt-X den Druck auf die Konkurrenten spürbar erhöhen wird. „Dafür arbeitet die Virt-X einfach zu sehr in der Nische“, meint ein Londoner Banker und fügt hinzu: „Der SWX-Tochter ist es in fünf Jahren nicht gelungen, der Londoner Börse Marktanteile abzunehmen, ich glaube nicht, dass sich das wesentlich ändern wird.“

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