Keine Folgen für Post
Rücktritt Scheurles wird Telekom-Aktie stützen

Das frühzeitige Ausscheiden des Präsidenten der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post ist nach Ansicht von Analysten ein "positives Signal" für den Branchenriesen Deutsche Telekom.

dpa/afx FRANKFURT. Das frühzeitige Ausscheiden des Präsidenten der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post, Klaus-Dieter Scheurle (CSU), ist nach Ansicht von Analysten ein "positives Signal" für den Branchenriesen Deutsche Telekom. Scheurle will sein Amt zum Jahresende aufgeben und nach Zeitungsberichten zur Investmentbank Credit Suisse First Boston wechseln. Der Rücktritt kam für einige Marktbeobachter nicht überraschend. Branchenkenner sagten, die Telekom und Post hätten in jüngster Vergangenheit ebenso wie das Finanzministerium Druck auf Scheurle ausgeübt. Als Nachfolger wird der bisherige Vizepräsident der Behörde, Matthias Kurth (SPD), gehandelt.

"Scheurle gilt als klarer Verfechter des Wettbewerbs und nicht unbedingt als Freund der Deutschen Telekom", sagte Frank Rothauge, Analyst bei der Oppenheim Finanzanalyse am Freitag. Bei Scheurles Vorgesetztem, Wirtschaftsminister Werner Müller (parteilos), sei das anders. Wenn dieser nun über einen Nachfolger entscheide, heiße das wahrscheinlich, dass die Regulierungspolitik in Zukunft etwas telekomfreundlicher aussehen werde.

Sichere Bodenbildung der Aktie

Analyst Theo Kitz von Merck Finck & Co rechnet ebenfalls mit positiven Auswirkungen des Personalwechsels auf die Telekom-Aktie, die am Freitagmittag um 1,88 % auf 39,57 Euro stieg. Zudem wolle der Bund mit der Besetzung den Kurs sichern und abstützen, weil er daran interessiert sei, weitere Staatsanteile zu veräußern. Kitz rechnet derzeit mit einer sicheren Bodenbildung der Aktie.

Für die Kursentwicklung bei der Post-Aktie sei der Rücktritt Scheurles nur ein "untergeordneter Parameter", sagte Analyst Volker Stoll von der Baden Bank. -Württembergischen In den kommenden vier Wochen werde sich nicht viel ändern, weil die Konsortialbanken die Aktie stützten und Fondsmanager zukauften. Am Freitag lag die Aktie mit 23,00 Euro um 0,13 % niedriger. Zudem handele der Chef der Regulierungsbehörde vermutlich in einem Beziehungsnetzwerk aus Politik und Wirtschaft. Das Briefmonopol werde "nicht von heute auf morgen fallen", eher seien verschiedene Liberalisierungsstufen zu erwarten.

Der Druck wird nicht geringer

Keinen Einfluss auf die Telekom-Aktie sieht hingegen Analyst Christoph Vogt von M.M. Warburg in Hamburg: "Der europäische Liberalisierungszug fährt ungebremst weiter." Aus Großbritannien sei mit der Flatrate für den Onlinezugang ein deutliches Signal in diese Richtung gegeben worden. Der Druck, der auf der Telekom lastet, werde nicht geringer. Der Einfluss des Bundes als Hauptaktionär der Telekom auf die Regulierungsbehörde werde abnehmen, da der Staatsanteil and er Telekom nach dem Abschluss der Übernahme des US-amerikanischen Mobilfunkanbieters Voicestream Wireless sinken werde.

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