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Keine Freude bei U 21 nach 1:1 gegen Polen

Nach der schweren Verletzung von Debütant Christian Müller konnte bei der U-21-Nationalmannschaft des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) über das hart erkämpfte 1:1 in der EM- Qualifikation gegen Polen keine Freude aufkommen.

dpa COTTBUS. Nach der schweren Verletzung von Debütant Christian Müller konnte bei der U-21-Nationalmannschaft des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) über das hart erkämpfte 1:1 in der EM- Qualifikation gegen Polen keine Freude aufkommen.

"Diese Verletzung tut uns allen unwahrscheinlich weh. Das Spiel ist für mich zweitrangig geworden", stellte Trainer Dieter Eilts nach dem Match in Cottbus mit versteinerter Miene klar. "Die Mannschaft war konsterniert, erstmal überhaupt nicht in der Lage, Fußball zu spielen", sagte der Ex-Nationalspieler.

Für Eilts war es nach zwei Siegen - jeweils 2:0 in Aserbaidschan und daheim gegen Österreich - in den ersten beiden Spielen der EM- Qualifikation der erste Punktverlust. Gleichwohl bewiesen die ohnehin personell extrem geschwächten DFB-Junioren vor 4 500 Zuschauern im Stadion der Freundschaft eindrucksvoll ihren Teamgeist, nachdem der 20-jährige Müller nach nur vier Minuten bei einem schrecklichen Zusammenprall einen Schien- und Wadenbeinbruch erlitten hatte.

"Ich brauchte in der Pause nichts zu sagen. Die Mannschaft wollte für Christian spielen und wie sie gespielt hat, war eine tolle Geste", lobte Eilts sein Mannschaft. "Hut ab vor dem, was sie dann in der zweiten Halbzeit gezeigt hat."

Und das, obwohl das komplette Team nach dem frühen Aus ihres Teamkollegen wie paralysiert gewirkt und kaum Gegenwehr beim Gegentreffer von Karol Gregorek (16.) gezeigt hatte. "Wir standen unter Schock", sagten die jungen Spieler nach der Begegnung. "Ich habe es aus 30 Metern krachen hören und gewusst, dass da etwas kaputt gegangenen war", meinte Christian Schulz. Der Bremer hatte mit seinem Ausgleichstreffer in der 73. Minute die Eilts-Schützlinge wieder in die Spur Richtung EM 2006 gebracht.

Dabei hatte Eilts bereits vor der Partie mit erheblichen Personalproblemen zu kämpfen: Der Ex-Bremer musste auf ein komplettes Team verzichten. Darunter "vier Spieler, die für mich schon fest bei der A-Nationalmannschaft sind". Selbst Nationalcoach Jürgen Klinsmann, der das Match allerdings nicht sah, hatte daher Probleme für Eilts vorausgesagt. Ob es nun tatsächlich daran lag oder an der Verletzung Müllers, der bereits in Berlin operiert wurde: Das deutsche Team fand in der ersten Hälfte nicht zu seinem Rhythmus, offenbarte Schwächen in der Defensive und im Spielaufbau.

Dennoch festigte die DFB-Elf mit dem Remis in der Gruppe sechs den 2. Rang (7 Punkte), der zur direkten Qualifikation berechtigt. Es führt weiter England (10). Polen (5) ist Dritter, einen Zähler vor Wales, bei denen die DFB-Elf nach der Winterpause am 8. Februar antreten muss. Am 25. März folgt das zweite Inselduell gegen England.

"Wir sind im Moment sehr gut im Rennen, nur das zählt", sagte Eilts, der offenbar keinen Talentmangel kennt. So standen sechs Debütanten im Kader, im verletzten Müller und Gladbachs Marcell Jansen zwei davon sogar in der Startformation. "Wenn man sieht, was die Mannschaft gegen Polen geleistet hat, muss man sagen, dass diese Spieler ihre Qualitäten haben und sich auch noch steigern werden."

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