Keine Gefahr von Schließungen oder Entlassungen
C&A erwartet auch in diesem Jahr rote Zahlen

Erst im nächsten Jahr wird der Bekleidungsfilialist wieder in die Gewinnzone kommen.

ddp DÜSSELDORF. Der in die roten Zahlen gerutschte Bekleidungs-Filialist C&A Mode KG, Düsseldorf, wird nach zwei vorangegangenen Verlustjahren auch 2000 im Minus verbleiben. Erst im nächsten Jahr werde Deutschlands Nummer vier im Einzelhandel voraussichtlich wieder in die Gewinnzone kommen, prognostizierte der Vorsitzende der Geschäftsführung der C&A Deutschland, Dominic Brenninkmeyer, am Montag in Düsseldorf. In der ersten Jahreshälfte sei das Geschäft "hinter den Erwartungen" geblieben.

"Wir haben es nicht geschafft, wieder mehr Kunden zu C&A zu holen oder - anders gesagt - mit den vorhandenen Kunden deutlich mehr Umsatz zu machen", zog Brenninkmeyer eine kritische Bilanz des Vorjahres. Zwar konnte der Verlust gegenüber 1998 auf 149,3 (259,2) Mill. Mark nahezu halbiert werden. Zugleich gab der Umsatz in den bundesweit 192 C&A-Häusern aber um 7,2 % auf 5,6 Mrd. Mark deutlich stärker nach als der Branchendurchschnitt (-1,0 %). Die Ursachen sieht der C&A-Chef neben dem harten Wettbewerb im Einzelhandel vor allem im geringen Erfolg der im Vorjahr eingeleiteten Neuerungen. So brachte der Einstieg in den elektronischen Handel nicht den gewünschten Erfolg und wurde vorerst wieder auf Eis gelegt. Auch stießen die im Zuge der Häusermodernisierungen eingeführten Markenshops etwa für "Yessica", "Litrico" und "Your Sixth Sense" nicht auf die erhoffte Kundenresonanz, räumte Brenninkmeyer ein. Sie sollen nun stark verkleinert oder im Fall von "Litrico" aufgelöst werden. Stattdessen kehrt C&A zur Warenpräsentation nach Artikelgruppen zurück.

Mit der auf die "loyalen Stammkunden" zugeschnittenen Gestaltung der Häuser und der Konzentration auf die Kernmarken will C&A künftig punkten, hob Brenninkmeyer hervor. Begleitend startet im Herbst eine neue Werbekampagne, die das "günstige Preis-Leistungs-Verhältnis", so Brenninkmeyer, der Waren hervorheben soll. Wegen der erneuten Umbauten wird C&A in diesem Jahr nur 17 der geplanten 35 Häuser modernisieren. Bis 2003 sollen aber alle Standorte umgerüstet sein.

Trotz der anhaltenden Verluste sieht Brenninkmeyer keine Gefahr von Schließungen von C&A-Häusern oder Entlassungen in Deutschland auf breiter Front. Denkbar sei allenfalls, dass "vereinzelt" ein Haus dicht gemacht oder an einen umsatzstärkeren Standort verlagert werde. Zuletzt hatte C&A in Großbritannien zahlreiche Häuser geschlossen. Mit 458 Filialen in elf Ländern ist C&A Europas größtes Bekleidungshaus. In Deutschland beschäftigt das Unternehmen 18.000 Mitarbeiter, europaweit sind es 40.000.

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