Keine Gegenwehr
US-Soldaten nehmen Nordosten Bagdads ein

Tausende US-Soldaten haben in der Nacht zum Mittwoch ohne Gegenwehr das bevölkerungsreiche Armenviertel Saddam-Stadt im Nordosten Bagdads eingenommen. "Ich glaube nicht, dass ich einen einzigen Schuss gehört habe", sagte Reuters-Korrespondent Sean Maguire, der mit den Einheiten vorrückte.

Reuters BAGDAD. Im Stadtzentrum blieb es zunächst nach den Gefechten des Vortags vergleichsweise ruhig, während an der Nordfront von den USA unterstütze kurdische Kämpfer nach eigenen Angaben auf die Ölstadt Mossul vorrückten. Zeitungen zufolge herrschen in den britischen und US-Geheimdiensten unterschiedliche Ansichten darüber, ob Iraks Präsident Saddam Hussein bei einem Luftangriff getötet wurde. Uno-Generalsekretär Kofi Annan sagte Gespräche mit den Regierungen von Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Russlands zum Irak ab, will aber an einem EU-Gipfel teilnehmen. Unklar blieb, in welchem Umfang die Uno bei der Nachkriegsordnung mitwirken soll.

Einheiten der US-Marineinfanterie nahmen Saddam-Stadt Straßenzug für Straßenzug ein. Als die Soldaten am Morgen im Osten der Hauptstadt ankamen, begrüßten sie hunderte Iraker mit Jubelrufen, Liedern und Blumen. In Saddam-Stadt leben etwa zwei bis drei Mill. Schiiten, während die irakische Regierung überwiegend von Sunniten gestellt wurde.

Durch das Zentrum Bagdads hallten am Morgen vereinzelte Schüsse von Handfeuerwaffen, während US-Kampfflugzeuge die Stadt überflogen. US-Panzer seien von Irakern mit einer Werfergranate beschossen worden, sagte ein Reuters-Journalist. Diese sei offenbar von einem Ort in der Nähe des Hotels "Palestine" abgefeuert worden, in dem am Vortag zwei Journalisten getötet worden waren, als ein US-Panzer auf das Hotel feuerte. Das US-Militär hatte erklärt, der Panzer habe Feuer aus dem Hotel erwidert.

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