Keine Gewinnwarnung
Einstellungsstopp bei EADS-Tochter Airbus

Der europäische Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS reagiert auf die Terroranschläge in den USA mit einem Investitions- und Einstellungsstopp bei seiner größten Tochtergesellschaft Airbus.

mwb AMSTERDAM. "Wir sind uns der Risiken der jüngsten Terroranschläge in den Vereinigten Staaten für die internationale Wirtschaft bewusst", erklärten die beiden Vorstände von EADS, Rainer Hertrich und Philippe Camus. Ursprünglich hatte der stark expansive Verkehrsflugzeugbauer Airbus die Einstellung von 4 600 Beschäftigten bis Ende 2002 geplant. Massenentlassungen wie beim Konkurrenten Boeing sind nicht geplant. Der Kurs der EADS-Aktie, der sich seit den Anschlägen bereits halbiert hat, gab am Donnerstag weiter nach und notierte zeitweise im einstelligen Bereich bei 9,80 Euro.

Airbus verfügt aktuell noch immer über einen Auftragsbestand von 1 682 Flugzeugen, was die Beschäftigung für sechs Jahre sichert. In diesem Jahr wird der Flugzeugbauer mit 320 Maschinen zehn weniger ausliefern als geplant. Das sei aber eine normale Schwankung und habe nichts mit der aktuellen Entwicklung zu tun, sagte Hertrich. Die Produktionskapazität wird jetzt bei 330 bis 350 Maschinen eingefroren. Ursprünglich sollte sie auf 390 Flugzeuge ausgebaut werden. Durch flexible Arbeitszeiten und Produktionsstrukturen könne sich Airbus der jeweiligen Marktlage um plus oder minus 15 % anpassen. Eine exaktere Prognose sei derzeit nicht seriös, sagte Hertrich. Airbus verfügt über 375 feste Bestellungen für 2002.

Gefahr für das neue Großraumflugzeug A380 sieht der Vorstand auch nach der aufgeschobenen Bestellung von 15 Lufthansa-Maschinen nicht. "Die Entwicklung des A380 wird wie geplant fortgesetzt", sagte Hertrich. Der Konzern hat 67 feste Bestellungen für den A380 und rechnet damit, bis Anfang nächsten Jahres 100 Bestellungen zu erreichen. Analysten halten dieses Ziel dagegen für kaum erreichbar. Das Verkehrsflugzeug mit einer Sitzplatzkapazität von maximal 800 Plätzen soll ab 2006 ausgeliefert werden.

Im Gegensatz zu Erwartungen der Analysten gab der EADS-Konzern keine Gewinnwarnung und hält an seiner Prognose für dieses Jahr mit einem Umsatzplus von einem Fünftel und einer Steigerung des Ergebnisses vor Steuern und Zinsen (Ebit) von 15 % fest. "Wir sind überzeugt, trotz einer erheblich unsicheren Marktsituation unser Ziel einer Umsatzrendite von 10 % im Jahr 2004 beibehalten zu können", sagte Hertrich. Analystin Martina Jung vom Bankhaus Metzler ist skeptischer und bemängelt vor allem das schwache Ergebnis im Verteidigungsbereich. Das Halbjahresergebnis (Ebit) des EADS-Konzerns stieg analog zum Umsatz um 38 % auf 764 Mill. Euro und stammt vollständig von Airbus.

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