Keine großen Wachstumsraten erwartet
Siemens strukturiert Telekom-Sparte um

Die Münchener Siemens AG will zur Kosteneinsparung ihre krisengeschüttelte Netzwerksparte (ICN) umgestalten. Das Spartengeschäft verläuft nach Angaben aus Gewerkschaftskreisen weiter schlecht.

Reuters MÜNCHEN. Entwicklung, Vertrieb und Verwaltung würden in dem Bereich zusammengefasst, um die Kosten nochmals zu senken, teilte der Konzern am Dienstag in München mit. 2 300 Stellen in der Zentrale in der Münchener Hofmannstraße würden wie angekündigt wegfallen. Bereichsleiter Thomas Ganswindt erklärte, der Umbau der unter anhaltender Nachfrageschwäche leidenden Sparte sei damit abgeschlossen. Ein Siemens-Sprecher bekräftigte, das Unternehmen prüfe weiter den Abbau von insgesamt 4 000 Stellen in der Sparte.

Der zukunftsträchtige Bereich Dienstleistungen für Netzbetreiber werde durch Gründung einer neuen Einheit ausgebaut, teilte Siemens weiter mit. Ziel sei es, "in einem weiter schwachen Markt" die Kosten zu senken und Synergien zu schaffen. In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2001/2002 (zum 30. September) hatte die mit der schwachen Nachfrage nach Telekom-Infrastruktur kämpfende Siemens-Sparte einen operativen Verlust von 366 Mill. Euro verbucht.

Eine Geschäftsbelebung ist nicht in Sicht

Siemens hat 2001 vor dem Hintergrund der Konjunkturflaute den Abbau von weltweit 33 400 Stellen angekündigt, was etwa sieben Prozent der Belegschaft entspricht. Die kräftigsten Einschnitte sollte es dabei im Telekom-Bereich geben.

Eine Geschäftsbelebung ist nach Angaben aus Gewerkschaftskreisen nicht in Sicht. Das Unternehmen habe Arbeitnehmervertretern mitgeteilt, dass das Quartal zum 30. September in der ICN-Sparte noch schlechter als das vorangegangene Vierteljahr verlaufen sei, erfuhr Reuters aus den Kreisen. Ein Siemens-Sprecher lehnte eine Stellungnahme ab. 

Ganswindt habe zudem angekündigt, das Unternehmen erwarte für seine Netzwerksparte in naher Zukunft keine großen Wachstumsraten. Siemens plane daher für die ICN-Sparte derzeit keine größeren Investitionen, hieß es in den Kreisen weiter.

Die Siemens-Aktien notierten am Dienstag in einem schwachen Marktumfeld mit 3,55 % im Minus bei 35,02 Euro.

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