Keine Halle - keine Lizenz
Bamberger Bundesliga-Provinzposse

Eine Provinzposse bedroht die Existenz des deutschen Vizemeisters TSK Universa Bamberg in der Basketball- Bundesliga (BBL).

HB/dpa FRANKFURT/MAIN. Nachdem die BBL-Gesellschafterversammlung dem Verein am Mittwoch die Lizenz für die am 11./12. Oktober startende Saison nur unter Vorbehalt erteilte, droht die Teilnahme des fränkischen Traditionsclubs an der Spielzeit 2003/2004 an der Hallenfrage zu scheitern.

Die BBL erteilte die Lizenz nur unter der Auflage, bis zum kommenden Mittwoch den Nachweis einer geeigneten Spielstätte und eines geordneten kaufmännischen Geschäftsbetriebs zu erbringen. Bambergs Hauptsponsor Günther Tröster, der 97,5 % der Anteile an der Basket Bamberg GbmH hält und damit im Besitz der aktuellen BBL-Lizenz ist, will entgegen seinen ursprünglichen Plänen nun doch im Bamberger Forum spielen. Doch der 55-jährige Unternehmer, der von seiner Absicht abrückte, als "TSK Franken" nach Nürnberg umzuziehen, hat bei der Stadt schlechte Karten.

Bambergs Oberbürgermeister Herbert Lauer erklärte kategorisch, Tröster das 4 750 Zuschauer fassende Forum zu verweigern. Das Bamberger Stadtoberhaupt sympathisiert mit dem zweiten Lizenzbewerber Bamberger Sport GmbH, dessen Antrag auf Lizenzerteilung von der BBL- Gesellschafterversammlung jedoch abgelehnt wurde. Um diese Bewerbung zu unterstützen, hatte Lauer der BBL am Mittwoch in Köln eine Liste von 7 000 Unterschriften vorgelegt.

Zu Trösters Plänen, notfalls ins nahe gelegene Breitengüßbach auszuweichen und die Heimspiele unter einem Riesenzelt auszutragen, sagte BBL-Commissioner Otto Reintjes am Donnerstag der dpa: "Von solchen Plänen wurde uns nichts vorgetragen. Die BBL hat klare Statuten und Regularien, an die muss sich auch ein Herr Tröster halten." Im Nachprüfungsverfahren wird der Lizenzliga-Ausschuss der BBL über die endgültige Bamberger Lizenzerteilung entscheiden.

Sollten die Nachbesserungen nicht erfüllt werden, wird der letzte zu vergebende Bundesligaplatz an einen der abgelehnten Bewerber vergeben. Dies waren die Bamberger Sport GmbH, Luxemburg Stars, sowie die Zweitligaclubs Schwelmer Baskets, BSG Bremerhaven, ratiopharm Ulm und Bremen Roosters.

Problemlose Umzüge in größere Hallen - die BBL fordert eine Kapazität von mindestens 3 000 Zuschauern - wurden Brandt Hagen und EnBW Ludwigsburg gestattet. Die Westfalen, die ihrer Kultstätte Ischelandhalle Adieu sagen mussten, tragen ihre Heimspiele entweder in der Dortmunder Westfalenhalle oder in der Arena Oberhausen aus. Ludwigsburg wechselt von der zu kleinen Rundsportsportalle in den Glaspalast von Sindelfingen oder die Stuttgarter Schleyer-Halle.

Keine Hallenprobleme haben die sportlichen Absteiger der letzten Saison, s. Oliver Würzburg und TBB Trier. Sie profitierten von der Aufstockung der Eliteliga von 14 auf 16 Vereine und bleiben als Nachrücker weiter erstklassig.

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