Keine Hauptversammlung vor September
Vier Comroad-Bilanzen müssen neu erstellt werden

Die Bilanzen des einstigen Vorzeigeunternehmens des Neuen Marktes Comroad beinhalten offenbar gravierende Fehler.

rtr MüNCHEN. Die Abschlüsse für die Jahre 1998 bis 2001 müssten neu gefasst und testiert werden, teilte der in den Geregelten Markt gewechselte Telematikdienstleister am Mittwoch in einer Pflichtveröffentlichung mit. Dadurch werde es unmöglich, bis Ende August die Hauptversammlung abzuhalten. Ein Termin hierfür werde noch bekannt gegeben. Im April hatte Comroad über Wochen kursierende Gerüchte bestätigt, denen zufolge bis zu 98 % der Umsätze nur vorgetäuscht waren.

Ex-Firmengründer und Comroad-Chef Bodo Schnabel war daraufhin verhaftet worden und sitzt seither in Untersuchungshaft. Auch gegen seine Frau wird ermittelt. Mittlerweile hat Schnabel gestanden, Rechnungen selbst verfasst zu haben. Nach Aufdeckung des Skandals war Comroad vom Neuen Markt ausgeschlossen worden. Früheren Angaben zufolge ist auch eine Insolvenz nicht auszuschließen. Am Mittwoch war beim Unternehmen niemand für weitergehende Auskünfte zu erreichen. Im Zuge des Skandals waren auch die Wirtschaftsprüfer der KPMG in die Kritik geraten. Sie hatten die Abschlüsse seit 1998 bestätigt, wegen schwerer Bedenken aber ein Testat für 2001 abgelehnt. Schließlich zog KPMG auch die Bestätigungen für die vorausgegangenen Jahre zurück.

Die Comroad-Aktie notierte am Mittwoch im Frankfurter Parkett-Handel mit 18 Cent unverändert. Im Herbst 2000 war das Papier einmal 65 ? wert gewesen.

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