Keine Hinweise auf Anschlag in Djerba
Innenministerium: Keine Terror-Warnung erhalten

Das Bundesinnenministerium hat einen Zeitungsbericht zurückgewiesen, wonach das Bundeskriminalamt (BKA) Hinweise auf einen Anschlag in Tunesien gehabt soll. Ein Sprecher des Ministeriums bezeichnete eine entsprechende Meldung der "Bild"-Zeitung (Mittwochausgabe) als "völligen Unsinn". Das Blatt hatte sich auf Informationen aus Sicherheitskreisen berufen.

wiwo/ap FRANKFURT7BERLIN. "Kein Wort dieser Unterstellungen ist wahr; die Angaben des angeblichen 'Bild'-Informanten sind frei erfunden", sagte Ministeriumssprecher Rainer Lingenthal am Mittwoch in Berlin. Weder BKA noch andere Sicherheitsbehörden hätten einen Hinweis auf einen Anschlag in Djerba oder auf deutsche Touristen erhalten, selbstverständlich auch nicht von den tunesischen Behörden. Dies sei der Bild-Zeitung auch mitgeteilt worden. "Es ist äußerst bedauerlich, dass Journalisten derart böswillig konstruierte und leicht widerlegbare Scheininformationen aufgreifen und damit Angst bei den Bürgern schüren", sagte Lingenthal

.

Zudem wäre es schlimm, wenn die CDU/CSU sich an dieser zerstörerischen Kampagne gegen deutsche Sicherheitsbehörden auch noch beteiligen würde, fügte der Ministeriumssprecher hinzu. Der innenpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Wolfgang Bosbach, hatte angesichts des Zeitungsberichts für Mittwoch eine Dringlichkeitssitzung des Bundestags-Innenausschusses angekündigt. "Wir verlangen unverzüglich Aufklärung darüber, ob eine Warnung des Bundeskriminalamtes vor einem Anschlag auf deutsche Touristen ignoriert wurde", sagte Bosbach der Bild-Zeitung.

Nach Informationen der Zeitung steht außerdem fest, dass der Fahrer des explodierten Lastwagens in Djerba unmittelbar vor dem Anschlag versucht hatte, über sein Handy eine Nummer in Deutschland anzurufen. Unter den zuletzt gespeicherten Nummern sei auch der Anschluss des Verdächtigen in Duisburg gewesen, schreibt die Zeitung weiter.

Der Mann war am Montag verhaftet und am Dienstagnachmittag wieder freigelassen worden. Nach seiner Vernehmung und den übrigen bislang ausgewerteten Beweismitteln bestehe gegen ihn kein dringender Tatverdacht, teilte die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe mit.

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