Keine Hinweise auf mobile Labors: Blix glaubt nicht an neue Beweise

Keine Hinweise auf mobile Labors
Blix glaubt nicht an neue Beweise

UN-Chefinspekteur Hans Blix hat sich vor der angekündigten Vorlage belastenden Materials der USA gegen den Irak negativ über bisherige US-Hinweise zur Waffenproduktion Bagdads geäußert.

HB/dpa KAIRO. In einem Interview mit der arabischen Zeitung "Al-Hayat" sagte Blix: "Ich habe keine Beweise gesehen, die zeigen, dass Material von den Anlagen weggebracht wurde (bevor die Waffeninspekteure sie durchsuchen konnten)". Auch die amerikanische Behauptung, die Iraker produzierten Biowaffen in mobilen Labors, sei bislang nicht bewiesen. "Wir haben einige mobile Einheiten durchsucht, aber sie wurden nicht für die Herstellung biologischer Waffen benutzt", erklärte der Chef der UN-Waffenkontrollkommission (UNMOVIC).

Für die Inspekteure sei es nun wichtig, dass die Iraker die Flüge der U2-Aufklärungsflugzeuge und die vertrauliche Befragung irakischer Wissenschaftler im Inland oder im Ausland ermöglichten. "Was aber noch wichtiger für uns ist, ist dass sie alle Gefechtsköpfe deklarieren", fügte Blix hinzu. Der Schwede will am kommenden Samstag zusammen mit dem Direktor der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEO), Mohammed el Baradei, erneut zu Gesprächen mit der irakischen Führung nach Bagdad reisen. Am Dienstag hatte er die Regierung von Präsident Saddam Hussein vor einem drohenden Krieg gewarnt. Bagdad müsse begreifen, dass es "fünf Minuten vor Zwölf ist", erklärte er in New York.

Die Waffeninspekteure im Irak durchsuchten am Mittwoch zehn Anlagen. Nach irakischen Angaben inspizierten sie unter anderem zwei Raketenfabriken, eine Lebensmittelforschungseinrichtung sowie ein Laser-Forschungszentrum der Universität Bagdad.

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