Keine hundertprozentige Sicherheit
Experten: Im Zweifel Fleischwaren lieber liegen lassen

dpa BERLIN. Angesichts der BSE-Krise hat die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) Verbrauchern empfohlen, im Zweifel auf anderes Fleisch auszuweichen. Waren mit Rindfleischteilen, deren Herkunft nicht klar nachvollziehbar sei, sollte man lieber im Regal lassen, sagte DGE-Präsident Prof. Helmut Erbersdobler am Dienstag in Berlin bei der Vorlage des Ernährungsberichts 2000. Allerdings sei das Risiko in Deutschland geringer als in England.

Vor allem "alles Zerkleinerte" sollten Verbraucher meiden. "Da wäre ich vorsichtig." Als bedenklich stuften Experten Brüh- und Kochwürste ein, weil für diese Innereien verwendet würden. Dazu zählen etwa Bock- und Leberwürste oder Saumagen. Dagegen sei das Risiko bei Filet und Fleisch, das weit von Hirn oder Rückenmark entfernt sei, gering. Zu Vorsicht riet Erbersdobler auch in Restaurants, Gaststätten und Kantinen, die Fleischprodukte nicht klar kennzeichneten.

BSE-Erreger muß an der Wurzel ausgerottet werden

Auch Gesundheitsministerin Andrea Fischer (Grüne) meinte: "Unter den gegebenen Umständen können wir keine hundertprozentige Sicherheit garantieren." Die Verbraucher seien "lange genug in eine falsche Sicherheit gewiegt" worden. Die Kunden müssten anhand der Kennzeichnung selbst entscheiden, ob sie Produkte mit nicht näher bekannten Rindfleischteilen kaufen wollten. "Ich würde sie persönlich nicht kaufen."

Erbersdobler sagte, der BSE-Erreger müsse an der Wurzel ausgerottet werden. Er lasse sich nicht beim Ver- oder Bearbeiten des Fleisches abtöten. "Hier kann man in der Küche nichts mehr machen." Fischer und Erbersdobler rieten insgesamt zu einem moderaten Fleischgenuss. Es sei gesünder, lieber seltener, dafür aber besseres Fleisch zu essen, sagte Fischer. Dafür sollte Kunden auch einen höheren Preis in Kauf nehmen. "Das sollte unsere Gesundheit wert sein."

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