Keine Impulse erwartet
Hugo Boss will trotz Konsumflaute Gewinn steigern

Der Mode-Konzern Hugo Boss rechnet für das laufende Jahr trotz allenfalls stagnierender Umsätze weiterhin mit einem Gewinnwachstum von mindestens zehn Prozent nach Steuern. Positive Impulse für den Bekleidungsmarkt seien angesichts der Konsumflaute in den wichtigsten Absatzländern nicht in Sicht, sagte Vorstandschef Bruno Sälzer am Dienstag auf der Hauptversammlung in Stuttgart.

Reuters STUTTGART. "Sars, Terrorismusängste und das daraus folgende geringe Reiseaufkommen betreffen einen unserer wichtigsten Kunden, den international reisenden Geschäftsmann." Deshalb sei, um Umrechnungseffekte in Euro bereinigt, 2003 nur ein Konzernumsatz auf dem Vorjahresniveau von 1,09 Mrd. ? erreichbar. Sparmaßnahmen sollen den Jahresüberschuss auf mindestens 82 (Vorjahr: 74,7) Mill. ? steigen lassen.

Im ersten Quartal war der Umsatz von Boss vor allem wegen des schwachen Dollar im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um fünf Prozent auf 340 Mill. ? gesunken, der Quartalsüberschuss ging um 17 % auf 44 Mill. ? zurück. Im laufenden zweiten Quartal soll der Ergebnisrückstand zum Vorjahr kleiner werden.

Im Mai 2002 hatte Boss entdeckt, dass die Vertriebstochter in den USA den Lagerbestand weitaus zu hoch bewertet hatte, und für das zweite Quartal nach entsprechenden Wertberichtigungen um 13 Mill. Dollar einen Quartalsverlust von 27 Mill. ? ausgewiesen. Im laufenden Jahr soll das USA-Geschäft bei einem Umsatzanstieg um bis zu zehn Prozent - in Dollar - eine schwarze Null bringen, sagte Finanzvorstand Jörg-Viggo Müller.

Entscheidung über Sammelklage nicht vor Herbst

Sechs europäische Aktionäre hatten nach Boss-Angaben nach dem Vorfall in den USA eine Sammelklage gegen das Unternehmen und dessen inzwischen entlassene US-Geschäftsführer mit der Begründung eingereicht, ihnen seien dadurch Kursverluste entstanden. Boss halte die US-Gerichte für nicht zuständig, weil die Boss-Aktien nur in Deutschland gehandelt würden, erläuterte Sälzer. Das Unternehmen habe deshalb eine Feststellungsklage in Deutschland eingereicht, um die Vorwürfe abzuwehren. Derzeit prüfe das Bundesgericht in New York, ob die Sammelklage gegen Boss zugelassen werde. Eine Entscheidung sei nicht vor Herbst zu erwarten. "Wir rechnen uns gute Chancen für eine Abweisung der Sammelklage aus", sagte Sälzer. Kleinaktionärs-Vertreter sagten, sie hielten die Klage ebenfalls für nicht berechtigt.

"Die Hugo Boss AG hat sich in einem schwierigen Umfeld wacker geschlagen", lobte Aktionärssprecher Peter Maser von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW). "Aber es scheint, dass Boss ein Problem mit Frauen hat", ergänzte Maser mit Blick auf die anhaltenden roten Zahlen bei "Boss Woman". Der Misserfolg in dieser Sparte sei unverständlich. Vorstandschef Sälzer bekräftigte, dass Boss Woman nach einer Restrukturierung im zweiten Halbjahr die Gewinnschwelle erreichen solle. Für das gesamte Jahr 2003 rechne Boss dort aber noch mit fünf bis neun Mill. ? Verlust.

Vergeblich regten die Aktionärssprecher die Umwandlung der im MDax notierten Vorzugs- in Stammaktien an. Das sei nicht geplant, hieß es lediglich. Am Dienstag gaben die Vorzüge um vier Prozent auf 13,17 ? nach. Die Stammaktien sind zu 87 % im Besitz der Mailänder Textilgruppe

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