Keine irreführenden Angaben mehr
US-Börsenaufsicht SEC schlägt neue Bilanzierungsregeln vor

Mit schärferen Bilanzierungs- und Offenlegungsregeln für Unternehmen will die US-Börsenaufsicht SEC auf die beispiellose Serie von Bilanzfälschungsskandalen reagieren.

HB/dpa WASHINGTON. Die Vorschläge der SEC werden wahrscheinlich nach 30 Tagen endgültig verabschiedet. Zuvor haben Unternehmen und Investoren Gelegenheit, Stellung zu nehmen.

Nach den am Mittwoch veröffentlichten neuen SEC-Regeln sollen Unternehmen bei so genannten «Pro-Forma-Ergebnissen» keine irreführenden Angaben machen dürfen. Bei diesen vor allem bei Technologie- und Internetfirmen beliebten «Pro-Forma-Ergebnissen» wurden beliebig Steuern, Abschreibungen, Zinsen, Restrukturierungskosten und andere Kosten ausgeblendet, so dass meist ein viel günstigeres geschäftliches Bild entstand als bei den GAAP- Ergebnissen. Nun soll sicher gestellt werden, dass «Pro-Forma»-Zahlen mit denen nach US-Bilanzierungsregeln (GAAP - Generally Accepted Accounting Principles) in Einklang stehen.

Viele Firmen hatten in ihren Pressemitteilungen über die Quartalsergebnisse Pro-Forma-Zahlen verwendet. Die tatsächlich meist niedrigeren Gewinne oder höheren Verluste, die im Rahmen der vorgeschriebenen GAAP-Zahlen angefallen waren, tauchten oft erst ganz hinten in den langen statistischen Anhängen der Quartalsberichte auf.

Die SEC schlägt außerdem vor, dass Unternehmen Transaktionen, die außerhalb der Bilanzen geführt sind, veröffentlichen müssen. Der bankrotte Erdgashändler Enron hatte riesige Schulden und Transaktionen in Partnerschaften versteckt, nicht in den Bilanzen ausgewiesen und so die Anleger hinters Licht geführt.

Die US-Aktiengesellschaften sollen in Zukunft innerhalb von zwei Tagen nach Veröffentlichung ihre Geschäftsergebnisse diese auch bei der SEC hinterlegen. Die Chefs und Verwaltungsratsmitglieder dürfen keine Aktien der eigenen Firma in so genannten «Blackout»-Zeiten kaufen oder verkaufen, in denen die Mitarbeiter keine Unternehmensaktien aus ihren Betriebspensionskassen veräußern dürfen.

Bei Enron hatten die Bosse riesige Aktienverkäufe durchgeführt, während die eigenen Mitarbeiter während des Kurssturzes auf ihren Enron-Aktien saßen und sie nicht verkaufen durften. Tausende von Enron-Beschäftigten hatten dadurch ihre Betriebsrenten verloren während die Bosse noch schnell Kasse gemacht und Millionen eingestrichen hatten.

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