Keine Kerosinpauschale für Wintersaison
Der nächste Flug in den Sommer wird teurer

Airlines kündigen wegen hoher Kerosinkosten Preiserhöhungen an.

afp BERLIN. Der nächste Flug in den Sommer wird deutlich teurer. Angesichts steigender Öl-Preise kalkulieren die Airlines bereits mit vier bis sechs Prozent höheren Spritkosten für ihre Flotten. Einige Anbieter wollen zwar zumindest bei Pauschalbuchungen Punkt für Punkt nochmals alle Kostenfaktoren wie Hotels oder Mietwagenpreise abklopfen, um die eine oder andere Mark einzusparen. Bei vielen Reiseveranstaltern heißt es aber, die Kostenerhöhungen müssten an die Kunden weitergegeben werden. Damit dürften im kommenden Sommer auf viele Urlauber etwa bei Reisen in die USA oder nach Asien zwischen 40 und 150  DM mehr für ein Ticket ausgeben. Eine neue Kerosinpauschale sei allerdings nicht geplant, heißt es bei den Veranstaltern einhellig, die sich noch mit Schrecken an den vor dem vergangenen Sommer ausgelösten Sturm der Entrüstung erinnern.

Mit Rohölpreisen von deutlich über 30 $ stehen die Fluglinien unter Zugzwang. Kaum ein Anbieter in der Branche rechnet damit, dass die Preise in den nächsten Monaten deutlich nachlassen werden. Auch die am Wochenende beschlossene Fördererhöhung der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) dürfte nach Ansicht von Experten kaum Erleichterung bringen.

Wolfgang Hubert von Hapag-Lloyd Flug spricht von einer "katastrophalen Entwicklung". "Im Augenblick laufen uns nicht nur die Kerosinpreise davon, sondern auch der Dollar-Kurs", zu dem der Sprit eingekauft werden muss. Zwar können die Airlines ihren Sprit auch im Voraus kaufen, angesichts des ohnehin schon hohen Preisniveaus könnten sie sich damit aber ins eigene Fleisch schneiden, wenn die Preise doch wieder sinken.

In den kommenden Wochen legen die Fluglinien ihre Preise für den nächsten Sommer fest. Bis spätestens November müssen die Kataloge gedruckt sein. Bei Hapag-Lloyd rechnen die Experten laut Hubert zwar derzeit noch. "Wir werden hier aber sicherlich eine Preiserhöhung vornehmen. Ob das vier, fünf oder sechs Prozent sind, muss man sehen."

Auch beim Reisekonzern C&N laufen die Kalkulationen auf Hochtouren. "Wir hoffen, die Preise bis auf wenige Ausnahmen stabil zu halten", gibt sich Unternehmenssprecherin Dagmar Rotter zuversichtlich. "Wir werden versuchen, das durch Verhandlungen mit unseren Partnern zu kompensieren". Eine ähnliche Strategie verfolgt auch Branchenprimus TUI. "Wir suchen nach Möglichkeiten, noch etwas bei Faktoren wie Hotelbetten herauszuholen", sagt Mario Köpers. Hier werde aber ohnehin immer "hart verhandelt".

Von einer nachträglich erhobenen Kerosinpauschale, wie sie teilweise in dieser Sommersaison erhoben worden war, wollen die Veranstalter in jedem Fall die Finger lassen. Nach wütenden Kundenprotesten und Klagen von Verbraucherschützern sehen sich die Reiseunternehmer als gebrannte Kinder. "Wir haben das schon in die Winterpreise eingerechnet", heißt es aus den Pressestellen. Peter Hauvogel von Air Berlin wird gegenüber der "Neuen Osnabrücker Zeitung" noch deutlicher: "Niemand wünscht, dass sich das wiederholt.

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