Keine klare Richtung vor Fed-Entscheidung
Europäische Börsen schließen mehrheitlich fester

Die europäischen Börsen haben den Mittwochshandel mehrheitlich fester beendet. An den meisten Börsenplätzen hat sich der Handelstag vor der Entscheidung des geldpolitischen Ausschusses der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) ohne klare Richtung präsentiert. Die abwartende Haltung der Investoren habe allenorts das Geschehen geprägt, hieß es bei Händlern.

Reuters. Vielerorts wurde das Marktgeschehen lediglich durch einige Einzelwerte bestimmt, die infolge entsprechender Unternehmensnachrichten nach oben oder unten ausbrachen. Die Aktien-Indizes der meisten europäischen Märkte konnten dennoch Gewinne gegen Sitzungsende verbuchen. Händler begründeten die lustlose Tendenz mit der am Abend mitteleuropäischer Zeit erwarteten Zins-Entscheidung der Fed. Analysten rechnen damit, dass die amerikanische Notenbank ihren Leitzins um 50 Basispunkte verringern wird.

Der Stoxx-50-Index für die größten Unternehmen aus der EU und der Schweiz notierte am frühen Abend um rund ein Prozent fester auf 4777 Zähler, der Euro-Stoxx-50-Index für Blue Chips aus der Europäischen Währungsunion (EWU) gewann 0,4 Prozent auf 4557 Punkte. Die US-Börsen präsentierten sich gegen 19.00 MEZ einheitlich mit Aufschlägen. Der Dow-Jones-Index gewann 0,2 Prozent, der technologielastige Nasdaq-Index legte um 0,3 Prozent zu.

LONDON - FTSE-Index schwächer

Die Londoner Börse hat schwächer geschlossen, was Händler auf große Zurückhaltung der meisten Marktteilnehmer zurückführten. Viele hätten nur auf die Fed gewartet und sich mit ihren Investitionen zurückgehalten, hieß es. Der FTSE-100-Index gab um 0,6 Prozent auf 6297 Punkte nach. Belastet wurde das Barometer insbesondere durch Kursverluste bei den Banktiteln. Die Aktien des Bankhauses Lloyds schlossen mit einem Minus von 4,8 Prozent. Das Finanzinstitut will den Konkurrenten Abbey National übernehmen. Branchenkenner rechnen jedoch mit wettbewerbsrechtlichen Schwierigkeiten und schlossen daher die Möglichkeit eines Gegenangebots nicht aus, weshalb die Lloyds-Aktie nach Angaben von Händlern unter Druck geriet. Zu Gewinnmitnahmen kam es auch bei den Index-Schwergewichten Vodafone und British Telecom, sagten Händler. Vodafone verloren 1,8 Prozent, British Telecom gaben knapp zwei Prozent ab.

ZÜRICH - SMI-Index schließt freundlich

Die Schweizer Börse hat den Mittwochshandel freundlich beendet. Der SMI der Standardwerte schloss 0,13 Prozent auf 8057 Zählern. Einzelne Unternehmensmeldungen hätten den Markt bestimmt, insgesamt habe aber die bevorstehende Zinsentscheidung der US-Notenbank das Geschehen beeinflusst und Investoren an die Seitenlinien gedrängt. Swatch, die zu Handelsbeginn stark unter Druck geraten waren, konnten sich von ihren Tiefstständen lösen und schlossen mit einem Minus von 3,2 Prozent auf 1975 sfr. Der Uhrenkonzern hatte am Morgen die Erwartungen nicht übertreffende Unternehmensergebnisse bekannt gegeben. Als größter Verlierer gingen die Papiere von Adecco aus dem Handel, nachdem sie im Handelsverlauf um bis zu drei Prozent gewonnen hatten. Die Titel schlossen mit einem Abschlag von 5,2 Prozent. Georg Fischer legten 1,8 Prozent zu. Der Industriekonzern gab die Akquisition einer italienischen Haustechnikfirma bekannt.

PARIS - CAC40-Index schließt fester

Die Pariser Börse zeigte sich von ihrer freundlichen Seite und schloss fester. Der CAC-Index für die 40 größten Unternehmen beendete den Handel 1,37 Prozent fester bei 5998 Punkten. Die Aktie des Technologie-Konzerns Alcatel sprang nach der Vorlage eines deutlich gestiegenen Ergebnisses 2000 um mehr als sieben Prozent und stützte damit nach Ansicht von Händlern der Gesamtmarkt. Der Titel schloss bei 63,75 Euro. Ebenfalls infolge positiver Geschäftszahlen verbuchten auch die Papiere von TotalFinaElf Kursgewinne. Die Aktie des Ölkonzerns legte um 2,2 Prozent zu. Die Aktie der Telekommunikations-Firma Bouygues stand dagegen deutlich unter Druck, nachdem die Gesellschaft am Vortag ihren Ausstieg aus der Bieterrunde für eine Mobilfunklizenz der neuen Generation bekannt gegeben hatte. Der Titel fiel knapp um drei Prozent auf 51 Euro.

MAILAND - Mib30-Index fester - Techs stützen

Der Mailänder Aktienhandel beendete eine zuvor richtungslose Sitzung in positivem Terrain. Insbesondere verhalfen die Titel von Seat Pagine Gialle sowie weitere Technologiewerte dem Index auf die Sprünge. Der MIB30-Index gewann 0,3 Prozent auf 44.963 Punkte. Die Papiere der Multimedia-Firma Seat legten im Vorfeld einer erwarteten Gerichtsentscheidung über eine geplante Akquisition der Gesellschaft um 4,7 Prozent auf 2,25 Euro zu. Olivetti und Telecom Italia Mobile zogen im Sog positiver Alcatel - und Siemens-Zahlen an. Olivetti verteuerten sich um 1,8 Prozent, TIM gewannen 1,3 Prozent. Deutlich im Minus standen dagegen Sanpaolo IMI, die 4,2 Prozent abgaben. Die Aktie litt unter einer Herabstufung des italienischen Bankensektors durch das Bankhaus Credit Suisse First Boston am Mittwoch.

MADRID - Börse in Madrid von Tech-Titeln beflügelt

Auch die Börse in Madrid wurde durch Aktien der Technologieunternehmen gegen Sitzungsende beflügelt. Der Ibex-Index schloss um 0,8 Prozent fester auf 10.116 Zählern. Ein Händler begründete den Aufschwung damit, dass einige Fondsmanager in Erwartung einer Zinssenkung nun in den Markt kämen und Technologieaktien kauften. Telefonica legten um 0,44 Prozent zu, Terra Lycos gewannen 3,7 Prozent auf 18,45 Euro. Auch die beiden Fusionskandidaten Iberdrola und Endesa verbuchten leichte Kursgewinne von 1,4 Prozent beziehungsweise 1,7 Prozent.

AMSTERDAM - AEX-Index beendet Sitzung fester

Die Amsterdamer Börse beendete die Sitzung fester. Der maßgebliche AEX-Index schloss 0,8 Prozent höher auf 639 Punkte. Das Geschäft sei bei äußerst dünnen Umsätzen ohne klare Richtung gewesen. UPC gingen mit einem Gewinn von 4,5 Prozent aus der Sitzung, KPN Telecom legten um 3,7 Prozent zu. Die Titel der Handelsgesellschaft Hagemeyer schlossen mit einem Plus von drei Prozent. Händler begründeten den Anstieg mit drei größeren Kauforders, die den Wert bei geringem Volume in die Höhe trieben.

WIEN - ATX-Index verbucht Gewinne

Die Wiener Börse hat am Mittwoch bei sehr geringem Umsatz fester geschlossen. Der 21 Werte umfassende ATX-Index stieg um knapp 0,6 Prozent auf 1104 Punkte. Händler sprachen von einem sehr ruhigen Geschäft im Vorfeld der Zinsentscheidung der US-Notenbank. Marktbewegungen würden durch einzelne Unternehmensmeldungen ausgelöst. Stark nachgefragt waren die Titel der Ersten Bank, die nach Bestätigung von Ratings um 1,2 Prozent auf 53,75 Euro zulegten. Börsianer sehen aber auch stetige Nachfrage, weil nach dem Ausscheiden der Bank Austria aus dem Index, Erste Bank der größte ATX-Wert ist. Telekom Austria schlossen mit einem Plus von 0,8 Prozent. "Die Stabilisierung setzt sich fort. Das Schlimmste dürfte nun vorbei sein", schöpfte ein Händler Hoffnung für die Volksaktie.

BRÜSSEL - BEL20-Index schließt nahezu unverändert

Auch die Brüsseler Börse reihte sich in den Reigen der richtungslos tendierenden Aktienmärkte in Europa ein. Der Bel20-Index beendete den Handel 0,07 Prozent leichter auf 2968 Punkten. Die Brauerei-Aktie Interbrew schloss 3,3 Prozent fester auf 29,90 Euro, da der Titel in den Blue-Chip-Index Bel20 aufsteigen wird. Interbrew zum Opfer fallen werden die Papiere von Real Software, die am Mittwoch mit einem Verlust von mehr als zehn Prozent aus dem Handel gingen. Indexschwergewicht Fortis gewann 1,3 Prozent auf 34,30 Euro. Telindus legten um rund vier Prozent auf 15,50 Euro zu und erholten sich damit allmählich von einem Kursverlust von 23 Prozent in der vergangenen Woche.

STOCKHOLM - OMX-Index dank Telekom-Ausrüster fest

Der Stockholmer Aktienmarkt hat fest geschlossen. Der OMX-Index ging mit einem Gewinn von 1,9 Prozent auf 1112 Zähler aus dem Handel. Gestützt wurde das Barometer vor allem durch Kursgewinne bei den Schwergewichten Ericsson und Nokia. Ericsson verteuerten sich um fünf skr auf 115 skr, Nokia gewannen 10 skr auf 335 skr. Ansonsten stand auch die schwedische Börse ganz im Bann der Fed, wie Marktteilnehmer berichteten.

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