Archiv
Keine «Klopperliga» mehr: Köln Favorit der 2. Liga

München (dpa) - Ein Weltmeister, viel Prominenz und Tradition sowie ein Quartett aus dem Osten - mit einem erstklassigen Produkt will die 2. Bundesliga dem Fußball-Oberhaus Konkurrenz machen und ihr Image als «Klopperliga» endlich ad acta legen.

München (dpa) - Ein Weltmeister, viel Prominenz und Tradition sowie ein Quartett aus dem Osten - mit einem erstklassigen Produkt will die 2. Bundesliga dem Fußball-Oberhaus Konkurrenz machen und ihr Image als «Klopperliga» endlich ad acta legen.

Die Voraussetzung für hohe Qualität, Ausgeglichenheit und Spannung ist geschaffen, wenn die 18 Clubs in die Saison 2004/05 starten. Zum Auftakt des 1. Spieltags feiern zwei aufgestiegene Traditions-Clubs die Rückkehr in den bezahlten Fußball: Rot-Weiß Essen empfängt dabei den FC Erzgebirge Aue und Dynamo Dresden den MSV Duisburg.

Bereits in der vergangenen Spielzeit, als sich bis weit in die Rückrunde kein Verein entscheidend an der Tabellenspitze absetzen konnte, dokumentierte die Liga ihre Klasse. Die Titelfavoriten 1. FC Köln, TSV 1860 München und Eintracht Frankfurt sowie ein halbes Dutzend Verfolger versprechen eine ähnlich spannende Meisterschaft. «Die Liga ist brutal schwer. 60 bis 70 Prozent der Mannschaften sind erstligareif», glaubt Burghausens neuer Coach Markus Schupp.

Köln und München gehen mit Teams ins Rennen, die auf dem Papier stärker sind als in der vergangenen Saison eine Klasse höher. FC-Trainer Huub Stevens erklärte den sofortigen Wiederaufstieg zum Muss und verknüpfte damit sogar sein eigenes Schicksal. «Wenn wir den Aufstieg nicht schaffen, habe ich mein Ziel verfehlt. Dann muss es ein anderer versuchen», sagte der Niederländer.

Präsident Wolfgang Overath, der erfahrene Stevens und Jung-Star Lukas Podolski tragen in Köln die Hoffnungen der Fans. In Frankfurt soll es Aufstiegs-Spezialist Friedhelm Funkel richten, und in München steht Rudi Bommer in der Pflicht. «Wir sind konkurrenzfähig,aber es wird ein harter und steiniger Weg», sagte der der sechsmalige Nationalspieler, der vor allem auf das Grünwalder Stadion setzt, wo 1860 zwölf der 17 Heimspiele bestreitet: «Wir brauchen den Kontakt mit den Fans. Das bringt den einen oder anderen Punkt.»

Am Sonntag erwarten die «Löwen» die Spvgg Unterhaching dort zum Lokalderby. Mit der Verpflichtung von Andreas Brehme, 86-maliger Nationalspieler und Weltmeister von 1990, gelang den Hachingern ein Überraschungscoup. «Über den Abstieg brauchen wir nicht zu reden. Ich will einen gesicherten Mittelfeldplatz und den Fans attraktiven Fußball bieten», formulierte der 43-Jährige seine Ziele. Mit Kölns Heimspiel gegen Energie Cottbus und der Montags-Partie Alemannia Aachen - Frankfurt stehen zwei weitere Knüller auf dem Programm.

Tradition und Nostalgie werden in der Liga auch von den Aufsteigern 1. FC Saarbrücken und Rot-Weiß Essen bedient. Die Saarländer stellen sich mutig der neuen Aufgabe. Im Kader von Trainer Horst Ehrmantraut stehen sieben Angreifer, und auch finanziell ging man in die Offensive. Der Club verdoppelte seinen Etat auf 8,5 Millionen Euro und rangiert damit in der von Köln (24,0) angeführten Rangliste auf Rang sechs. Bei RWE werden Erinnerungen an Helmut Rahn, den WM-Helden von Bern, oder Otto Rehhagel wach, der Griechenland kürzlich zum EM-Titel führte.

Dank Rot-Weiß Erfurt, am Sonntag in Saarbrücken zu Gast, und Dresden bekommt der lange darbende Ost-Fußball wieder Aufwind. Die Erfurter träumen von einem einstelligen Tabellenplatz und freuen sich wie Dynamo auf die Derbys gegen Cottbus und Aue. Erfurt angelte sich mit dem 40 Jahre alten Torwart Claus Reitmaier einen prominenten Spieler. Den erfolgreichsten unter den für 1,62 Millionen Euro verpflichteten Neuzugängen holte sich LR Ahlen mit dem 34-jährigen Vladimir Jugovic, der mit Roter Stern Belgrad und Juventus Turin Champions-League-Sieger wurde

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%