Keine konjunkturellen Impulse in Sicht
Börsen-Ausblick: Jahresendrally dürfte passe´ sein

Zur Jahresendrally kam es auch in der letzten Handelswoche des alten Jahres nicht. Fundamental hat sich am schlechten Bild so gut wie nichts geändert: Die geopolitischen und makroökonomischen Perspektiven sind schlecht. An der Wall Street ist die seit Oktober andauernde Erholungsbewegung endgültig passe.

vwd FRANKFURT. Hiobsbotschaften von United Airlines, McDonalds, Micron Technology und Coseco haben die Hoffnung in den Unternehmenssektor schwinden lassen. Daran konnten auch gute Nachrichten von Palm und Oracle nur wenig ändern. Auch die jüngsten US-Konjunkturdaten waren nicht dazu angetan, den Aktienmarkt zu beflügeln. Während die Arbeitslosigkeit auf sechs Prozent stieg, blieb die Industrieproduktion mit plus 0,1 Prozent unter den Erwartungen.

Auch die letzte Handelswoche des Jahres wird von Konjunkturdaten aus den USA geprägt sein. Am Montag stehen die persönlichen Einkommen und Ausgaben im November an, gefolgt von der zweiten Umfrage zum Index der Verbraucherstimmung der Uni Michigan. Es folgen am Dienstag die Auftragseingänge langlebiger Wirtschaftsgüter im November und am Donnerstag die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe. Abgeschlossen wird die Woche von den Neubauverkäufen im November. Beobachter rechnen damit, dass die Daten wie in der Vorwoche im Rahmen der Prognosen oder darunter liegen werden - und damit den Märkten nur wenig Impulse verleihen.

Noch stärker als unter den US-Vorgaben leiden die deutschen Märkte unter den hausgemachten Problemen. Hiervon dürften sich die Marktteilnehmer auch in der kommenden, arg verkürzten Handelswoche nicht frei machen können. So ist der ifo-Index zum siebten Mal in Folge gesunken. Ein Lichtblick stellt die leichte Verbesserung der Erwartungskomponente dar. Die Deutsche Bank nimmt dies zum Anlass für ein etwas hoffnungsvolleres Szenario. Der Konjunkturaufschwung sollte sich durchsetzen, heißt es. Voraussetzung: "Störfaktoren" wie der mögliche Krieg im Irak belasten nicht längerfristig. Genau hiermit muss man allerdings rechnen nach den jüngsten Äußerungen aus dem Weißen Haus in Washington zum Waffenbericht des Irak.

Anleger dürften in den Sitzungen am Montag und Freitag letzte Positionen glatt stellen. Mit Blick auf Einzelwerte dürften Adidas-Salomon auch in den anstehenden Sitzungen ein "Akkumulieren" wert sein, so die Analysten der Bankgesellschaft Berlin. Der Titel hat sich zuletzt beachtlich gehalten und von der Schwäche des Konkurrenten Nike profitiert. Ähnliches gelte für Schering nach der Zulassung des Hormonpräparats "Angeliq" in den Niederlanden. Ferner seien FMC und Infineon ein "Kauf". Eon - nach dem jüngsten Urteil zur Ruhrgas-Übernahme - und Lufthansa als potenziell unter den Tarifauseinandersetzungen Leidende sollten dagegen gemieden werden, so die Empfehlung.

Aus technischer Sicht hat sich das Bild im Dax verschlechtert. Sollte sich der Index unter 3 000 Punkten etablieren, ist nach Aussage von Nols ein Rückfall bis auf das Jahrestief von 2 519 Punkten nicht länger auszuschließen. Gute Unterstützungen bestünden bei 2 930 bis 2 900 und bei 2 810 Punkten. "Nach oben würde sich der Markt oberhalb von 3 000 Punkten etwas entspannen", sagt der zuständige Analyst. Dann rückten die kurzfristigen Aufwärtstrendlinien bei 3 060 und 3 144 Punkten wieder in den Blickpunkt.

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