Keine konkrete Prognose
Infineon-Verlust geringer als erwartet

Infineon hat seine operativen Verluste im abgelaufenen Quartal im Zuge der Erholung der Preise für Speicherchips deutlich verringert und damit die Erwartungen der Analysten übertroffen.

Reuters MÜNCHEN. Vor Steuern und Zinsen (Ebit) senkte der Konzern seinen Verlust von 564 im ersten auf 178 Millionen Euro im zweiten Quartal. Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorquartal um 34 Prozent auf 1,39 Milliarden Euro.

Analysten zufrieden

Von Reuters befragte Analysten hatten für das abgelaufene Quartal im Durchschnitt mit einem operativen Verlust von 312 Millionen Euro und einem Umsatz von 1,24 Milliarden Euro gerechnet. Zwar seien die Zahlen gegenüber dem Vorjahresquartal (Ebit: plus 10 Millionen Euro, Umsatz: 1,65 Milliarden Euro) noch zurückgeblieben, weil sich der Nachfrageeinbruch in der Halbleiterindustrie damals erst abzuzeichnen begann. Der Aufwärtstrend nach der schwersten Krise in der Halbleiterindustrie sei aber von Quartal zu Quartal abzulesen, hieß es bei den Analysten.

"Die Zahlen liegen im Trend mit der Marktentwicklung. Infineon sind Technologieführer und gut positioniert", sagte Boris Böhm, Fondsmanager bei Nordinvest. "Kein Zweifel, Infineon ist auf dem Weg der Besserung. Das liegt im Trend der ganzen Branche", meint auch Bernd Laux, Analyst bei Credit Agricole.

"Die Umsatzperformance von Infineon wurde durch eine gestiegene Nachfrage in allen Geschäftsbereichen und einen starken Preisanstieg bei Speicherprodukten getrieben", erklärte Infineon-Chef Ulrich Schumacher die Entwicklung.

Nach Steuern wies Infineon für das zweite Quartal einen Verlust von 108 Millionen Euro aus, was nur noch einem Drittel des Fehlbetrages aus dem Vorquartal entspricht. Dazu hätten auch die eingeleiteten Einsparmaßnahmen beigetragen.

Im umsatzstärksten Segment Speicherprodukte, das besonders unter dem dramatischen Preisverfall des letzten Jahres gelitten hatte, ging der operative Verlust von 371 im Vorquartal auf 28 Millionen Euro zurück.

Schwarze Zahlen nur bei Automobil- und Industrieelektronik

Mit einem Ebit von 23 Millionen Euro schrieb das Segment Automobil- und Industrieelektronik wie erwartet als einzige Infineon-Sparte im Quartal schwarze Zahlen.

Trotz verstärkter Signale für eine insgesamt positive Nachfrageentwicklung bleibe die Marktentwicklung in den nächsten sechs Monaten unsicher, gab sich Infineon vorsichtig. Der Preisdruck werde in den meisten Segmenten anhalten.

Telekom-Infrastruktur bleibt Sorgenkind

Voraussetzung für eine weitere Verbesserung der Preise für Speicherchips sei eine anhaltend starke Nachfrage vor allem der PC-Hersteller. Bei Produkten für die Mobilfunkindustrie rechnet Infineon mit einer Fortsetzung der moderaten Markterholung.

Schwierig bleibe dagegen der Markt für Telekom-Infrastruktur. "Obwohl Prognosen auch weiterhin schwierig bleiben, erwartet Infineon, dass der Bereich drahtgebundene Kommunikation die Talsohle erreicht hat", hieß es in der Mitteilung.

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