Keine konkrete Umsatzprognose
Kosmetik und Duft lassen Wella-Bilanz glänzen

Der Darmstädter Haarpflege- und Kosmetikspezialist Wella hat in den ersten drei Monaten 2003 unter anderem dank guter Geschäfte mit der Kosmetik- und Duftsparte seinen operativen Gewinn gesteigert.

Reuters DARMSTADT. "Der Wella Konzern blickt unter den gegebenen wirtschaftlichen Umständen auf ein zufrieden stellendes erstes Quartal zurück," teilte das nun mehrheitlich zum US-Konsumgüterkonzern Procter&Gamble (P&G) gehörende Unternehmen am Dienstag mit. Der Gewinn vor Steuern und Zinsen (Ebit) sei im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 2,3 % auf 58,2 Mill. ? gestiegen. Dazu hätten Kosmetik und Duft mit 12,8 Mill. ? beigetragen. Für das Gesamtjahr stellte Wella erstmals eine zweistellige Rendite beim Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) nach 9,5 % im Vorjahr in Aussicht. Am Donnerstag treffen sich die Aktionäre in Frankfurt zur voraussichtlich letzten ordentlichen Hauptversammlung des Traditionsunternehmens.

Kursbereinigt sei der Umsatz im ersten Quartal um 6,6 % gestiegen, nominal sei er allerdings um 3,1 % rückläufig. Als Grund nannte eine Unternehmenssprecherin Währungseffekte und die schwierige Wirtschaftssituation in Asien und Lateinamerika. Wella erzielt nach Konzernangaben knapp drei Viertel des Umsatzes außerhalb Deutschlands. Etwa 40 % setze Wella in den übrigen Ländern Europas um. Nordamerika trage mit zwölf Prozent zum Umsatz bei. Den Rest mache das Geschäft im asiatisch-pazifischen Raum und Lateinamerika aus. Das Geschäft im wichtigsten Markt, Deutschland, bewege sich auf Vorjahresniveau, erläuterte der Konzern.

Im zweiten Quartal seien wichtige Produkteinführungen im Friseurgeschäft geplant, weswegen Wella mit einem Erlösanstieg rechne. Insgesamt gehe Wella für 2003 beim Umsatz von einem guten Geschäftsjahr aus. Eine konkrete Umsatzprognose könne der Konzern angesichts der schwierigen Wirtschaftslage und den "besonderen Herausforderungen der Wella AG im Zusammenhang mit der geplanten Unternehmensübernahme durch Procter&Gamble nicht geben".

"Es ist verständlich, das Wella mit Blick auf die Übernahme noch keine Umsatzprognose geben kann", sagte Michael Otto, Analyst bei der Helaba Trust. Schließlich sei noch nicht klar, wie sich P&G zu Wella verhalten werde. "Man weiß noch nicht, ob alle Geschäftsbereiche weiter bestehen oder zusammengelegt werden und ob sich die Unternehmensstruktur verändern wird."

Procter&Gamble hatte Mitte März von den Eigentümerfamilien rund 78 % der Wella-Stammaktien erworben. Zugleich hatte P&G den ausstehenden Aktionären ein Übernahmeangebot für ihre Anteile vorgelegt. Es wird erwartet, dass die Übernahme das bestimmende Element auf der Wella-Hauptversammlung sein wird, da die Vorzugsaktionäre das Kaufangebot von P&G für zu niedrig halten.

Die Entwicklung der drei Geschäftsbereiche verlief Wella zufolge gemäß den Konzernerwartungen. Der Umsatz des größten Wella-Geschäftsbereichs, Friseurprodukte, habe nach den ersten drei Monaten wechselkursbereinigt nahezu auf Vorjahresniveau gelegen. Das operative Ergebnis sei auf Grund von Währungseffekten leicht rückläufig. Dafür habe sich der Geschäftsbereich Kosmetik und Duft erfolgreich entwickelt. Der Umsatz sei währungsbereinigt um 33,3 % gestiegen, das Ebit sei um 73 % gewachsen. Auch die Sparte Consumer (Einzelkunde) sei beim Umsatz leicht gewachsen - wechselkursbereinigt um 2,9 %. Der Quartalsüberschuss lag um 5,4 % höher bei 25,3 Mill. ?.

Analysten zufolge lagen die Zahlen im Rahmen der Erwartungen. "Die Quartalszahlen waren nicht überraschend und auch nicht kursbewegend," kommentierte Petra Meyer von Bankhaus Sal. Oppenheim. Die Wella-Aktie lag am Nachmittag kaum verändert zum Vortagesschluss bei 90,75 ?.

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