Keine konkreten Zahlen genannt
Leiharbeiter-Entlohung: Schröder plädiert für Abschläge

Die Löhne für Leiharbeiter werden nach Darstellung von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) durch die Regelung per Tarifvertrag unter den jeweils branchenüblichen Einkommen liegen.

Reuters BERLIN. Schröder sagte der Wochenzeitung "Die Zeit" in einem am Mittwoch vorab veröffentlichten Interview, die Tarifabschlüsse für Leiharbeiter müssten niedriger sein als in den normalen branchenüblichen Tarifverträgen. Einen konkreten Prozentsatz nannte er nicht. Bundesarbeitsminister Wolfgang Clement (SPD) hatte zuvor einen Abschlag von mindestens 20 % ins Gespräch gebracht. Die Tarifverträge, die Teil der von der Hartz-Kommmission vorgeschlagenen Arbeitsmarkt-Reform sind, sollen ab 2004 gelten. Arbeitslose sollen über neue Personal- Service-Agenturen als Zeitarbeiter an Unternehmen verliehen werden und so wieder Anschluss an den Arbeitsmarkt finden. Wirtschaft und Union hatten gewarnt, eine gleiche Entlohnung von Zeitarbeitern und Stammbelegschaft verhindere Leiharbeit.

Zu der Kritik des Leiters der Reformkommission, Volkswagen-Personalvorstand Peter Hartz, an der Umsetzung der Kommissionsvorschläge sagte Schröder: "Jemand, der aus einem Unternehmen kommt und gewohnt ist, dass das, was ein Vorstand anordnet, exekutiert wird, hat das eine oder andere Problem mit den sehr viel schwierigeren und auch langwierigeren politischen Prozessen." Der Bundeskanzler könne die Umsetzung eines Konzeptes nicht anordnen. Hartz hatte kritisiert, auf Druck der Gewerkschaften seien die Kommissions-Vorschläge verwässert worden. Mit den geänderten Plänen könne sein Ziel der Schaffung von zwei Mill. neuen Jobs nicht erreicht werden.

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