Keine Konkurrenz zu UMTS
Regulierer fördert WLAN

Die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post will die Nutzung drahtloser lokaler Netzwerke (WLAN) fördern, da diese nach ihren Erkenntnissen entgegen anfänglicher Befürchtungen der Branche keine Konkurrenz zu UMTS darstellen.

vwd DÜSSELDORF. Behördenpräsident Matthias Kurth kündigte am Dienstag in Bonn an, zusätzlich zu den bestehenden Frequenzen im 2,4 Ghz-Bereich weitere Frequenzen im Bereich von fünf Ghz bereitzustellen, die wesentlich mehr Bandbreite haben. WLAN und UMTS ergänzten sich auf sinnvolle Weise zum Wohle aller Marktbeteiligten, betonte Kurth.

Bei WLANs handelt es sich um Netzwerke mit einem engen Radius, in denen die Nutzer mit Laptop oder Taschencomputer per Funk, aber praktisch nur stationär große Mengen an Daten übertragen können. Dieses System eignet sich hauptsächlich für so genannte Hot Spots wie Bahnhöfe, Flughäfen, Hotels, Bürokomplexe oder Universitäten. Im Gegensatz zum Mobilfunk und damit zu UMTS ist aber der Übergang von einer Funkzelle zur nächsten allenfalls im Schritttempo möglich. Wegen dieser stark eingeschränkten Mobilität und der kürzeren Reichweite seien WLANs kein Ersatz für UMTS, sagte Kurth.

Die Reichweite von WLANs liegt, abhängig von Übertragungsrate und technischem Standard, bei 200 bis 300 Metern. "WLANs sind daher eher geeignet, Bedürfnisse der Nutzer nach hoher Datenübertragung in stationärem bzw. quasi stationärem Betrieb zu befriedigen", erläuterte der Chefregulierer die Erkenntnisse einer Analyse seiner Behörde. UMTS kommt hingegen auf einen Radius von 500 bis 900 Metern, wobei der Empfang in Fahrzeuggeschwindigkeit möglich ist.

Von daher sei der Mobilfunk der dritten Generation entschieden besser geeignet, die Bedürfnisse der Nutzer nach Übertragung relativ hoher Datenmengen unter gleichzeitiger voller Mobilität in möglichst großen Versorgungsbereichen zu befriedigen, unterstrich Kurth. Eine Nutzung von WLAN sei im Interesse von UMTS und fördere eher noch den Geschäftserfolg dieser teuren Technik, die einige Mobilfunker noch in diesem Jahr starten wollen. Es sei naheliegend, dass die UMTS-Betreiber ihren Kunden beide Anwendungen aus einer Hand anböten.

Solche Verbundprodukte lägen im Interesse aller Marktteilnehmer, also der Kunden, der Hersteller, der Netzbetreiber sowie der Anbieter von Diensten und Inhalten. Nach Informationen von vwd gibt es bereits entsprechende Kombi-Endgeräte, unter anderem von Nokia. Vor der Vergabe der neuen WLAN-Frequenzen startet der Regulierer eine Anhörung unter den Marktteilnehmern. Anschließend könnten die Frequenzen zügig freigegeben werden, sagte ein Sprecher der Behörde.

Sie werden im Gegensatz zu den UMTS-Frequenzen, die für Milliardenbeträge versteigert wurden, allgemein zugänglich sein.

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