Keine Kraft aus eigener Stärke
Devisen-Ausblick: Dollar bremst den Euro

Nach Einschätzung von Analysten wird der wieder erstarkte Dollar auch in den nächsten Tagen größere Kursaufschläge beim Euro verhindern. Die Freude über Euro-Kurse oberhalb der Parität zum Greenback habe nicht lange angehalten, meint ein Experte.

vwd FRANKFURT. Der Dollar zeige sich überraschend robust, erläuterte Carsten Fritsch von der Commerzbank. Der Dollar habe gegenüber allen Haupthandelswährungen Kursgewinne erzielen können. Grund dafür sei zum einen, dass der große Druck auf die Aktienmärkte zu schwinden scheine. Ferner ignoriere der Markt seit einigen Tagen sogar schlechte Nachrichten aus dem Unternehmenssektor. Auch die zuletzt schwachen Konjunkturdaten seien weitgehend ohne Reaktion verpufft. Fritschs Schätzung für die Handelsrange in der anstehenden Woche lautet demnach auf 0,9600 bis 0,9850 $.

Die Freude über Euro-Kurse oberhalb der Parität zum Greenback habe nicht lange angehalten, resümiert Thomas Meißner von der DZ Bank über den Kursverlauf der vergangenen Tage. Die europäische Gemeinschaftswährung befinde sich zum Dollar wieder auf dem Rückzug. Die Ernüchterung, dass der Euro aus eigener Kraft keine Stärke zeige, sowie die gegen den Euro sprechende Markttechnik zwängen die Gemeinschaftswährung trotz negativer US-Daten in einen kurzfristigen Abwärtstrend. Angesichts der Entwicklung, dass auch hinter dem Tempo der konjunkturellen Erholung im Euroraum ein Fragezeichen stehe, dürfte der Euro kaum Auftrieb bekommen. Meißners Ansicht nach richten Marktteilnehmer in den kommenden Tagen ihr Augenmerk weiter auf den Aktienmarkt.

Selbst bei anhaltenden Turbulenzen sei auf Grund der Markttechnik und der Ernüchterung über den ausgebliebenen stärkeren Anstieg des Euro eine schwächere Tendenz der Gemeinschaftswährung zu erwarten. Sollte dabei das Tief bei rund 0,9715 $ unterschritten werden, bestehe Rückschlagsgefahr bis 0,9580 $. Nach oben steckt er die Range bei 0,9900 $ ab.

Den Yen sehen die Experten mit Kursabschlägen. Der US-Dollar habe sich gegenüber dem Yen befestigt, erläutert der DZ-Bank-Analyst. Hinter der Aufwärtsbewegung stehe zum einen eine technische Korrektur des Dollar. Zum anderen hätten vor allem schwächere Daten zur japanischen Industrieproduktion Zweifel an einem nachhaltigen Aufschwung aufkommen lassen, der derzeit durch Exporte getrieben werde. Hier lautet die Range-Schätzung der DZ Bank auf 118,00 bis 122,00 JPY und die der Commerzbank auf 117,90 bis 122,90 JPY.

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