Keine Kursrally mehr in diesem Jahr
Neuer Markt schließt im Minus

Nach anfänglich leichten Kursgewinnen sind die Aktienindizes am Frankfurter Neuen Markt am Donnerstag schnell und deutlich ins Minus gedreht. "Die Anleger rechnen acht Tage vor dem letzten Handelstag des Jahres nicht mehr mit einer Kursrally", sagte ein Händler in München.

dpa-afx FRANKFURT. Ein Teil der Anleger würde die Depots deshalb "von Papieren säubern", die Verluste eingebracht hätten. Andere verkauften Aktien, mit denen sie während des Kursanstiegs der vergangenen Wochen Gewinne gemacht hätten. Ein anderer Händler sagte: "Diesen Gewinn will man jetzt auf dem Konto sehen und da fliegen Stücke aus allen Ecken auf den Markt."

Der Auswahl-Index Nemax 50 verlor bis Handelsschluss 3,76 % auf 1 191,55 Punkte. Der alle Werte umfassende Nemax All Share sank um 3,85 % auf 1 141,95 Stellen. Die Aktienkurse von 239 der insgesamt 330 gelisteten Unternehmen gingen zurück.

Im Fokus der Anleger standen Aktien des Sicherheitssoftware-Unternehmens Biodata, das Einzelheiten zum Insolvenzverfahren bekannt gab, sowie Mobilcom . Die Anteilscheine des Mobilfunkanlegers sanken wegen automatisch ausgelöster Verkaufaufträge um 4,64 % auf 24,47 Euro.

Das kurze Unterschreiten des Mobilcom-Aktienpreises von 25 Euro habe am Vormittag zu einem Kurssturz von 25 bis auf unter 23 Euro geführt. "Unter 25 Euro haben sich einige Marktteilnehmer mit automatischen Verkäufen vor weiteren Kursverlusten schützen wollen", sagte ein Händler. Der Mobilcom-Kurs habe sich innerhalb kurzer Zeit wieder erholt.

Biodata sanken nach einer Berg- und Talfahrt um 3,45 % auf 0,56 Euro. "Die übliche Zockerei", sagte ein Händler nach der Bekanntgabe von Details der geplanten Sanierung.

Mit einem Plus von 7,75 % auf 1,53 Euro hob sich die Aktie von EM.TV aus der Masse der Verlierer-Aktien heraus. Die Papiere des Medienunter nehmens profitierten nach Meinung von Händlern von positiveren Aussichten für die hoch verschuldete KirchGruppe.

Aktien des Medienunternehmens Highlight Communications brachen um 17,37 % auf 3,90 Euro ein. Die UEFA hatte den Beschluss über die Vergabe der Rechte an der Fußball Champions League auf Januar verschoben.

"Die Vertagung der UEFA-Entscheidung zeigt, wie eng das Rennen zwischen der Highlight-Tochter TEAM und IMG geworden ist", schrieb Florian Leinauer von HelabaTrust. "Sollte Highlight im Januar unterliegen, verkämen die an sich soliden Schweizer zu einer strategischen Großbaustelle mit einem margenschwachen Filmgeschäft und einer bislang konturlosen Division New Business."

Die Aktien des niederländischen Impfstoffspezialisten Rhein Biotech N.V. kamen nach der Impfstoff-Panne bei Aventis zunächst unter die Räder. Da Rhein Biotech Hepatitis B-Impfstoffe herstellt und vertreibt, schlossen Anleger auf einen Zusammenhang mit der Aventis-Panne bei der Herstellung von Hepatitis A-Impfstoffen, wie es hieß.

Die Aktien lösten auf dem Weg vom Tageshoch bei über 68 Euro zum Tief bei 59 Euro mehrere automatische Verkaufsaufträge aus. "Der Kurs erholte sich dann aber schnell von dem übertriebenen Abschwung, da Rhein Biotech nichts mit der Aventis-Panne zu tun hat", sagte ein Händler. Die Aktie verlor 4,03 % auf 64,30 Euro.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%