Keine kurzfristigen Investitionen
Wie Anleger bei Tech-Aktien vorgehen sollten

Fazit: Wenn Anleger jetzt ihre Wunschlisten anlegen, geht es bei den Investitionsentscheidungen nicht so sehr um das richtige Timing, sondern darum, die Spreu vom Weizen zu trennen. Der Technologiestratege Pip Coburn von UBS Warburg fasst zusammen: "Man muss jetzt zwischen den Unternehmen unterscheiden, deren Fundamentaldaten weggebrochen sind, und jenen, die zwar am Boden liegen, dem Investor aber immer noch eine Perspektive für die Zukunft vermitteln. Ich wäre froh, wenn es von der zweiten Sorte mehr gäbe."

Um Ihnen bei der Sichtung der Trümmer zu helfen, hat "Barron's", die führende US-Anlegerzeitung, sich die nach Börsenwert 20 größten Tech-Unternehmen der Welt genauer angesehen. Die Empfehlungen beruhen auf der Annahme, dass ein Anleger Aktien zumindest zwei Jahre lang behalten wird - denn kurzfristig geht gar nichts. Hier ein paar Beispiele.

Cisco Systems hat der Rückgang der Unternehmensinvestitionen schwer getroffen. Im gerade beendeten Geschäftsjahr 2002 musste sich der Netzwerkausrüster vom Traum eines stetigen Umsatzwachstums um 30 bis 50 Prozent verabschieden und einen Rückgang um 15 Prozent hinnehmen. Dennoch wird die Aktie immer noch zu einem respektablen Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 24 auf Basis 2003 gehandelt. Außerdem hat das Unternehmen seinen Wettbewerbern unter Einsatz seines 20 Milliarden Dollar dicken Polsters aus Cash und Beteiligungen Marktanteile abgerungen. Laut Seligman-Technologiefondsmanager Paul Wick ist Cisco unter den Netzwerkausrüstern der "letzte Mohikaner". Die einst eindrucksvolle Schar der Cisco-Konkurrenten - darunter Juniper Networks, Alcatel, Nortel, Lucent und Ericsson - leckt ihre Wunden.

Auch Chiphersteller werden von einer Erholung der IT-Investitionen profitieren - allerdings nicht jene, die ihr Hauptgeschäft mit PCs und Mobiltelefonen machen. Wie zum Beispiel Intel. Die Firma hat des Geschäft mit den Mikroprozessoren für PCs zwar immer noch fest im Griff und kann eine solide Bilanz, ein cleveres Management und modernste Fertigungsstätten vorweisen. Aber der Markt ist gesättigt. "Intel ist das Paradebeispiel eines Unternehmens, das eine der größten Geschäftschancen aller Zeiten optimal genutzt hat", meint Kevin Landis, Fondsmanager bei FirstHand Funds. "Aber jetzt sind die Möglichkeiten ausgereizt. Was tun? - Verkaufen, natürlich!"

First Data hat sich dagegen sogar als letzte gute Zuflucht vor aller Börsenunbill innerhalb des IT-Sektors erwiesen. Die Aktie des Unternehmens, das Kreditkartentransaktionen abwickelt, ist die einzige der 20 größten Tech-Werte, deren Kurs seit dem Platzen der Blase in März 2000 zulegte - und das um mehr als 60 Prozent. Damit hat der Markt das beharrliche Wachstum von Umsatz und Gewinn reich belohnt. Am Geschäft dieses Unternehmens - und an der Aktie - ist praktisch nichts auszusetzen. Sie notiert bei einem KGV von 20 auf Basis 2002, und der Umsatz legt regelmäßig um etwa zehn Prozent zu. Würden wir von einer schnellen und schwungvollen Erholung im Technologiesektor ausgehen, dann wäre von First Data zugunsten reinrassiger Tech-Werte wohl abzuraten. Gegenwärtig erscheint die Aktie aber eine vernünftige Alternative zu Werten, deren Schicksal wesentlich von den noch ungewissen steigenden Unternehmensinvestitionen in den IT-Bereich bestimmt wird.

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