"Keine logische Rechtfertigung"
Polen übt scharfe Kritik an Übergangsfristen vor Beitritt

dpa NYKÖPING. Der polnische Außenminister Wladyslaw Bartoszewski hat scharfe Kritik an den von Deutschland und Österreich verlangten Übergangsfristen für die Freizügigkeit von Arbeitnehmern aus künftigen EU-Mitgliedsstaaten geübt. Die Forderung, diese Arbeitnehmer sollten bis zu sieben Jahre auf die Möglichkeit warten, überall in der EU einen Job suchen zu können, habe "keine logische Rechtfertigung", sagte Bartoszewski am Sonntag in der schwedischen Stadt Nyköping. Er hatte dort mit seinen Amtskollegen aus anderen Beitrittskandidaten am Treffen der EU-Außenminister teilgenommen.

Bartoszewski vermied es allerdings, die Übergangsfristen völlig abzulehnen. Polen wolle eine Lösung finden, erwarte jedoch eine vernünftige Begründung für die von der EU beabsichtigten Einschränkungen. Der Warschauer Außerminister sprach von drakonischen Maßnahmen, durch die die Menschen in Polen und anderen Beitrittsländern das Gefühl bekämen, sie sollten in der EU "Bürger zweiter Klasse" werden.

Bartoszewski sagte, für die langen Übergangsfristen gebe es keine wirtschaftlichen oder politischen Gründe. Es handele sich um eine "künstliche Konstruktion". Die Regierungen in Berlin und Wien wollten damit ihren Bürgern zeigen, dass sie vor einer Welle von Arbeitsimmigranten geschützt würden. Bartoszewski machte deutlich, dass er nicht mit einer derartigen Abwanderung polnischer Arbeitnehmer rechne.

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