Keine "mafiösen Sturkturen"
Trienekens bietet Rekordsumme für Freilassung

Im Kölner Müllskandal hat der inhaftierte Unternehmer Hellmut Trienekens offenbar eine Rekordsumme als Kaution angeboten. Er habe einen dreistelligen Millionenbetrag ins Gespräch gebracht, berichtete das Hamburger Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" am Wochenende.

wiwo/ap/dpa KÖLN. Die Sprecherin der Kölner Staatsanwaltschaft, Regine Appenrodt, wollte sich dazu nicht äußern. Der wie Trienekens wegen des Skandals vorletzte Woche verhaftete frühere Geschäftsführer der SPD im Bundestag, Karl Wienand, trat derweil aus der Partei aus.

Mitte der Woche hatte die Sprecherin mitgeteilt, dass der ehemalige Geschäftsführer der halbstädtischen Abfallverwertungsgesellschaft AVG, Ulrich Eisermann, gegen Kaution von 500 000 Euro auf freien Fuß gesetzt worden war. Zuvor hatte er das Versteck von rund sechs Millionen Mark Schmiergeld offenbart. Damit blieben vier Beschuldigte des Müllskandals weiter in Untersuchungshaft. Neben Trienekens und Wienand handelt es sich dabei um den ehemaligen Vorsitzenden der Kölner SPD-Stadtratsfraktion Norbert Rüther, der auch vorletzte Woche verhaftet worden war.

Bereits seit Ende Februar in Haft sitzt der Manager der Anlagenbaufirma Steinmüller, Sigfrid Michelfelder. Bei der Affäre um Korruption beim Bau der Kölner Müllverbrennungsanlage und Parteispenden für die SPD geht es nach Angaben der Staatsanwaltschaft um Schmiergelder von insgesamt 21,6 Millionen Mark (rund elf Millionen Euro), die die Firma Steinmüller für den Auftrag bezahlt haben soll. Eisermann habe in mehreren Vernehmungen umfangreiche Angaben zur Sache gemacht.

Angaben des "Spiegels", wonach die Ermittler in der Schmiergeldaffäre "deutliche Strukturen der Organisierten Kriminalität" und geradezu "mafiöse Strukturen" entdeckt hätten, wies die Sprecherin zurück. Diese Aussagen seien nicht die offizielle Meinung der Staatsanwaltschaft. Sie könne auch nicht bestätigen, dass Wienand eine zentrale Rolle im Korruptionssystem zugewiesen werde, wie dies der "Spiegel" berichtete.

Wienand, dessen SPD-Austritt eine Sprecherin des SPD-Bundesvorstands am Samstag in Berlin bestätigte, war wegen Korruptionsverdachts verhaftet worden. Gegen ihn, Trienekens und Rüther erhebt die Staatsanwaltschaft den Vorwurf der Beihilfe zur Bestechung beziehungsweise Bestechlichkeit. Wienand und Trienekens wird darüber hinaus auch Steuerhinterziehung zur Last gelegt.

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