Keine "massiven" Zinssenkungen in Aussicht
Wall Street schließt nach Greenspan-Rede schwächer

Reuters NEW YORK. Die New Yorker Aktienmärkte haben am Dienstag nach anfänglichen Gewinnen ins Minus gedreht. Händler begründeten die Entwicklung mit der Prognose des US-Notenbankchefs Alan Greenspan, dass sich das Wirtschaftswachstum in den USA möglicherweise schon Ende des Jahres wieder beschleunigen werde.

Dies habe zahlreiche Marktteilnehmer dazu veranlasst, ihre Erwartungen bezüglich weiterer massiver Zinssenkungen in den USA zu mäßigen.

Der Dow-Jones-Index 30 führender Industriewerte notierte bei Handelsschluss 0,4 % schwächer auf 10 903,32 Zählern. Der breiter gefasste S&P-500-Index beendete die Sitzung mit einem Minus von 0,87 % bei 1318,8 Punkten. Der technologielastige Nasdaq-Composite-Index schloss 2,49 % im Minus bei 2 427,71 Zählern.

Greenspan hatte zuvor vor dem Bankenausschuss des US-Senats gesagt, die US-Wirtschaft werde sich im Jahr 2001 angesichts des rückläufigen Verbrauchervertrauens und hoher Lagerbestände "substanziell" abschwächen, voraussichtlich aber nicht in eine Rezession abgleiten. Die Risiken nach unten würden überwiegen. Momentan befänden sich die USA aber nicht in einer Rezession. Das Vertrauen der Konsumenten und der Unternehmen habe zwar deutlich nachgelassen, sei aber nicht eingebrochen, sagte Greenspan ferner. Mittelfristig seien die Aussichten für das langfristige Produktivitätswachstum weiter gut.

"Verschiedene Anleger sind enttäuscht, dass Greenspan Anzeichen einer wirtschaftlichen Erholung erwähnte. Die Äußerung Greenspans, keine Rezession zu erwarten, wird als Indikator für eine gemäßigtere Einsetzung der Zinspolitik als einkalkuliert interpretiert", sagte Ned Riley, Chefanalyst von State Street Global Advisers. Auch die stark ausgefallenen Einzelhandelsumsätze für den Januar hätten die Hoffnungen auf aggressive Zinssenkungen gedämpft, sagten Marktbeobachter.

Der Technologiesektor rutschte nach anfänglichen Kursgewinnen am deutlichsten ins Minus. Die Titel von Cisco System schlossen nach anfänglichen Gewinnen 3,59 % tiefer bei 28-1/2 $. Die Papiere des Marktschwergewichts Microsoft notierten bei Sitzungsende 0,96 % tiefer bei 58-3/16 $. Hingegen konnten sich Emulex nach ihrem Kurseinbruch am Montag leicht erholen und stiegen bis Handelsschluss 4,68 % auf 42-1/4 $. Auch defensive Werte wie Titel im Konsumgütersektor erlitten überwiegend Kursverluste. So gaben Procter & Gamble 0,73 % auf 74,55 $ nach. Johnson & Johnson büßten 1,22 % auf 96,90 $ ein.

Der Pharmasektor notierte durchschnittlich ebenfalls schwächer. Pfizer Inc. verloren 2,36 % auf 45,03 $. Pharmacia Corp.fielen 4,79 % auf 51,63 $. Dagegen legten Kodak nach der Veröffentlichung von Gewinnprognosen 1,06 % auf 45,68 $ zu.

Bei Umsätzen von rund 1,07 Mrd. Aktien schlossen an der Wall Street 1597 Titel fester, 1469 schwächer und 216 unverändert. An der Nasdaq wurden rund 1,7 Mrd. Titel gehandelt. Dabei standen 1631 Kursgewinnern 2125 Verlierer gegenüber, 695 Titel schlossen unverändert.

Am US-Rentenmarkt notierten die richtungweisenden 30-jährigen Bonds zuletzt um rund 1/32 Punkte fester und brachten eine Rendite von 5,41 %.

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