Keine Mehrheit für Reim oder Reitze im Fernsehrat
Kein Durchbruch bei Wahl des ZDF-Intendanten

Der Versuch, in Mainz einen Nachfolger für ZDF-Intendant Dieter Stolte zu wählen, ist am Donnerstagabend gescheitert. In den ersten beiden Wahlgängen konnte keiner der beiden Kandidaten die notwendige Mehrheit im ZDF-Fernsehrat erringen.

ap MAINZ. Auf die Chefin des NDR-Funkhauses Hamburg, Dagmar Reim, entfielen im ersten Wahlgang 34, im zweiten Wahlgang 35 Stimmen. Der stellvertretende ZDF-Chefredakteur Helmut Reitze erhielt in beiden Wahlgängen jeweils 42 Stimmen. Ein Stimmzettel war nach dem ersten Wahlgang ungültig gewertet worden. Für einen Wahlerfolg wäre eine Dreifünftelmehrheit von mindestens 47 Stimmen im 77 Mitglieder umfassenden Fernsehrat notwendig gewesen.

Die beiden "Freundeskreise" im ZDF-Fernsehrat stimmten offenbar geschlossen für ihre jeweiligen Kandidaten. Reim ist vom SPD-dominierten "roten Freundeskreis" vorgeschlagen worden, dem 35 Fernsehräte zugerechnet werden. Reitze ist Kandidat des von den Christdemokraten beherrschten "schwarzen Freundeskreises", der 42 Mitglieder umfasst. Die Sitzung des Fernsehrats wurde am späten Abend bis Freitagmorgen 09.00 Uhr unterbrochen.

Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (SPD), der auch Vorsitzender des Verwaltungsrats ist, zeigte sich enttäuscht vom Verlauf der Beratungen. Er sei skeptisch, ob es am Freitag gelingen werde, zur Wahl eines Nachfolgers zu kommen, sagte er nach Unterbrechung der Sitzung. Mitglieder des "schwarzen Freundeskreises" warfen den SPD-Mitgliedern im Fernsehrat vor, sie wollten die Wahl bis in den Januar hinein verzögern.

Auch habe der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Wolfgang Clement (SPD) noch keinen neuen Personalvorschlag gemacht, hieß es im Unionslager. Allgemein war erwartet worden, dass Clement einen namhaften Manager ins Rennen schicken würde, wenn sich zeigen sollte, dass es für Reim keine Mehrheit geben würde. Stolte tritt als Intendant am 14. März 2002 ab.

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