Keine Mehrheitsübernahme geplant
Conti will mit russischem Partner Reifen produzieren

Der Reifenkonzern Continental wird in einem Jahr mit einer Moskauer Partnerfirma in Russland mit einer eigenen Reifenproduktion starten.

Reuters HANNOVER. Der Vertrag für das seit rund zwei Jahren geplante Joint-Venture mit der Moscow Tyre Plant (MTP) sei am Dienstag unterzeichnet worden, teilte der Konzern in Hannover mit. Continental ist damit nach dem französischen Konkurrenten Michelin der zweite große Reifenkonzern mit einer eigenen Produktion in Russland. Das Land gilt als einer der Zukunftsmärkte für die Automobil- und Reifenindustrie.

Die deutsch-russische Partnerschaft sieht allerdings entgegen früheren Planungen nicht mehr die Mehrheitsübernahme der Moskauer Firma durch Conti vor. Stattdessen gründen beide Partner den Angaben zu Folge ein neues Gemeinschaftsunternehmen, an dem der deutsche Konzern die Mehrheit hält.

Innerhalb von drei Jahren werde Continental rund 30 Millionen Euro in den Aufbau der Produktion für Pkw- und leichte Lkw-Reifen investieren. Damit falle der Einstieg in Russland mit einer eigenen Fertigung etwas weniger kapitalintensiv aus als anfangs mit der Übernahme von MTP geplant, sagte Conti-Sprecher Andreas Meurer.

Produktionsstart in den von MTP au deren Moskauer Gelände bereit gestellten Hallen soll Herbst 2003 mit einer Jahreskapazität von zunächst 1,5 Millionen Reifen sein. Danach soll die Produktion bis 2006 schrittweise auf 3,4 Millionen erhöht werden. Im Gegensatz zu ersten Planungen wird Conti nur Reifen für bestehende Konzernmarken wie Continental und Barum herstellen und auf neue russische Marken verzichten.

Conti-Vorstandsmitglied Joachim Nikolin sprach von einem ersten großen Schritt zur Erschließung des russischen Marktes. Conti sei bereits ein führender Importeur für hochwertige Reifen in Russland. Die in Tschechien ansässige Conti-Tochter Barum beliefere den Hersteller Lada mit rund 300 000 Reifen jährlich. Dieses Kontingent solle künftig von dem neuen Gemeinschaftwerk in Moskau gefertigt werden, teilte Conti mit.

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