Keine negativen Auswirkungen des starken Yen
Japans Finanzminister sieht keinen Anlass für Interventionen

Die jüngsten Kursschwankungen an den Devisenmärkten sind nach den Worten des japanischen Finanzministers, Masajuro Shiokawa, "normal" und erfordern deshalb kein Eingreifen von Zentralbanken. "Das Ministerium wird nicht intervenieren, wenn die Marktbwegungen normal sind", sagte Shiokawa am Freitag in Tokio.

rtr TOKIO. Der Finanzminister fügte hinzu: "Ich glaube, die Marktbewegungen sind jetzt normal." Handelsminister Takeo Hiranuma sagte, der jüngste Anstieg des Yen dürfte die japanischen Exporte nicht belasten. Vize-Finanzminister Haruhiko Kuroda sagte er hoffe, der Euro werde sich bald zum Yen und zum Dollar erholen.

Hiranuma sieht offenbar keine negativen Auswirkungen des starken Yen auf die Exportwirtschaft Japans. "Als der Yen sich vorübergehend abgeschwächt hat, habe ich gesagt, das sei nicht schlecht für die Wirtschaft, die von Exporteuren angeführt wird", sagte Hiranuma. Nun sei der Yen nur geringfügig angestiegen. "Ich denke nicht, dass der bisherige Umfang (des Anstiegs) einen umgekehrten Einfluss auf die japanischen Exporte haben kann", sagte Hiranuma weiter.

Kuroda sagte indes zur Schwäche des Euro: "Es hat verschiedene Effekte des Euro-Sturzes gegeben und wir hoffen, das der Euro sich so schnell wie möglich zum Dollar und zum Yen erholt und so die Fundamentaldaten widerspiegelt." Nach der ignorierenden Haltung der Europäischen Zentralbank (EZB) zur Euro-Entwicklung gefragt, antwortete Kuroda, die Gruppe der sieben führenden Industrienationen habe vereinbart, dass die Kurse Fundamentaldaten reflektieren sollten.

Äußerungen führender EZB-Vertreter wie des EZB-Präsidenten Wim Duisenberg, von Portugals Notenbankchef Vitor Constancio und von Österreichs Nationalbank-Chef Klaus Liebscher hatten am Donnerstag die Erwartungen auf Notenbank-Interventionen zu Gunsten des Euro gedämpft. Daraufhin hatte die Gemeinschaftswährung ihre Talfahrt fortgesetzt und war auf ein Sechs-Monats-Tief zum Dollar und ein Fünf-Monats-Tief zum Yen gefallen. Am Freitagmorgen gegen 09.00 Uhr MESZ notierte die Gemeinschaftswährung im europäischen Handel bei 0,8475/80 $ rund einen halben US-Cent über dem seinem Sechs-Monatstief vom Vortag.

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