Keine neuen Motoren
Britischer Rennstall Arrows steht vor dem Aus

Drei Tage vor dem Grand Prix in Silverstone hat das Zivilgericht dem Arrows-Management verboten, den Anspruch des Rennstalls auf Zahlungen als Formel 1-Teilnehmer an ein Getränkeunternehmen zu verkaufen, um damit die Anschaffung neuer Motoren zu finanzieren.

dpa LONDON. Der britische Formel 1-Rennstall Arrows steht vor dem Aus. Nach der Entscheidung des Gerichts sagte der Arrows-Anwalt Robin Potts: "Wenn kein Wunder geschieht, dann ist das Unternehmen jetzt verloren. Die Firma steht vor der Liquidierung oder dem Konkurs." Der Richter hatte erklärt, Arrows sei "seit langem zahlungsunfähig". Das Londoner Bankhaus Morgan Grenfell, das an dem 1977 gegründeten Arrows-Rennstall beteiligt ist, hatte das Gericht angerufen, um zu verhindern, dass Arrows-Chef Tom Walkinshaw mit der Getränkefirma (Red Bull) eine Vereinbarung abschließt. Diese sah vor, dass Arrows den Anspruch auf das Geld, das die Rennställe von der Formel 1-Administration als Teilnehmer erhalten, an die Getränkefirma verkauft. Aus dem Erlös, der Arrows allerdings der einzigen noch sicheren Einnahmequelle beraubt hätte, sollte dann die Anschaffung neuer Motoren für die Rennautos finanziert werden.

Der Motorenhersteller Cosworth hatte eine Barzahlung in Höhe von 3,2 Millionen Pfund (Fünf Millionen Euro) verlangt, um die Maschinen noch vor dem Grand Prix von Silverstone an diesem Wochenende auszuliefern. Morgan Grenfell sprach vor Gericht von einem Ausverkauf und ließ erklären, es wolle seine Chance auf Rückzahlung von 13 Millionen Pfund (20 Millionen Euro) wahren, die es bisher Arrows geliehen habe. Der Richter des High Court erklärte in seinem Urteil, obwohl es Arrows an Geld fehle, seien weder Morgan Grenfell noch Walkinshaw bereit, Geld zu investieren. Er bezeichnete die Versuche des Arrows-Managements, die Firma umzustrukturieren, als "hinterhältig und unanständig, ja in Wirklichkeit geradezu unaufrichtig". Er wisse, dass seine Entscheidung bedeuten könne, dass Arrows mangels Motoren nicht mehr an Formel-1-Rennen teilnehmen könne und dass dies wiederum bedeute, dass auch die Einnahmen aus dem so genannten "Concorde-Agreement" mit der Formel 1-Administration nicht mehr flössen. Das Gericht könne sich aber "nicht zur Zustimmung zu dem Geschäft zwingen" lassen, wenn es nicht überzeugt sei, dass es sich hier um eine vernünftige Vereinbarung handele.

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