Keine neuen Risiken erwartet
NordLB-Ergebnis sinkt durch Beteiligung in Berlin

Die Norddeutsche Landesbank (NordLB) wird in diesem Jahr ihre Bilanzsumme steigern, aber infolge der Wertberichtigung für Anteile an der Bankgesellschaft Berlin Einbußen beim Ergebnis haben. Nach Risikovorsorge und Bewertungen sinkt nach Angaben des Vorstands das Betriebsergebnis im Vergleich zum Vorjahr um 58 % von 412 Mill. auf 173 Mill. ?.

Reuters HANNOVER. Vor Risikobewertung wird die Bank dagegen ihr Ergebnis um 3 % auf 558 Mill. ? steigern.Die Bilanzsumme erhöht sich nach den Worten von Vorstandschef Manfred Bodin um knapp 8 % auf 200,5 Mrd. ?. Was aus dem Fusionsangebot von NordLB und Sparkassen für die Bankgesellschaft wird, sei derzeit völlig offen, sagte Bodin am Donnerstagabend. Die NordLB werde die Allianz mit einem Anteil von derzeit gut 10 % von sich aus nicht aufkündigen.

Im kommenden Jahr rechnet Bodin für die NordLB mit einer ähnlichen Entwicklung wie 2001 und erwartet eine Zunahme der Bilanzsumme von rund 7 % auf 215 Mrd. ? und ein Ergebnis vor Vorsorgeaufwendungen von 574 Mill. ?, was wieder einem Zuwachs von 3 % entsprechen würde.

Mit erneut hohen Wertberichtigungen für die Berliner Bank-Beteiligung sei nicht zu rechnen. Die NordLB bewerte die Bankgesellschaft derzeit mit 3,1 Mrd. ?, damit reduziere sich der Wert des eigenen Anteils auf 340 Mrd. ?. Infolge dessen musste die NordLB 540 Mill. ? für ihren Anteil abschreiben. Dieser Betrag wird nach Darstellung Bodins aus versteuerten und stillen Reserven gedeckt. Die NordLB überschreibt dafür eine nicht näher genannte Beteiligung an ihre Tochter Niedersachsen-Bank. Dadurch werde diese Beteiligung neu und damit höher bewertet.

Aus der Gewinnrücklage wendet die NordLB 105 Mill. ? auf. Unter dem Strich wird das Ergebnis mit rund 170 Mill. ? aus der Wertberichtigung belastet. Hinzu kommen 214 Mill. ? für andere Risiken. Diese seien breit gestreut und bewegten sich im Rahmen normaler Bankrisiken, sagte Bodin.

Aus Berlin lägen zur Konkretisierung des Fusionsangebotes noch immer nicht die notwendigen Informationen über die einzelnen Risiken der Bankgesellschaft vor, kritisierte Bodin. Ohne Angaben zu der Aktienstruktur im Investmentportfolio, zur Zinsstruktur oder zu den Laufzeiten sei eine Wertung nicht möglich. "Das alles haben wir dem Senat und dem Vorstand der Bankgesellschaft schriftlich aufgelistet."

Vetorecht bei Anteilsverkäufen

"Keiner würde da reingehen, ohne dieses geprüft zu haben, es sei denn er spielt Vabanque – oder er spielt Flowers", sagte Bodin unter Verweis auf das zweite Angebot eines Konsortiums unter Führung des US-Investmentbankers Christopher Flowers. "Nach dem Modell von Flowers nennen Sie einen festen Betrag, gehen dann rein in die Bankgesellschaft und trennen sich anschließend von allem, was Sie nicht gebrauchen können. Das würden wir als NordLB nicht durchhalten."

Bodin wies daraufhin, dass die 1994 für zehn Jahre geschlossene Allianz eine Art Vetorecht für die NordLB für Anteilsverkäufe einräume. Falls das Land Berlin, das mit 80 % Mehrheitseigner der Bankgesellschaft ist, Flowers den Zuschlag gebe, müsse man sich einigen. "Dann muss es einen Interessenausgleich für die NordLB geben", sagte Bodin. "Eine Unternehmensallianz kann eine Liebesehe sein oder eine Vertragsehe. Wir befinden uns mit der Bankgesellschaft zurzeit im Stadium der Vertragsehe." sagte der NordLB-Chef. "Doch wir jedenfalls lösen die Ehe nicht auf."

Die Allianz habe über die aktuellen Probleme hinaus auch etliche Erfolge zu verzeichnen. Durch die Zusammenführung der Datenvereinbarung würden erheblich Kosten gespart. Auch die Research-Abteilungen kooperierten erfolgreich. Zu den positiven Seiten zähle auch die seit 2001 bestehende Fusion der Landesbausparkassen Hannover und Berlin.

Für die Zukunft sieht Bodin innerhalb der Landesbanken auch neue Formen der Zusammenarbeit ohne gegenseitige Beteiligungen. Man sei in Gesprächen mit der Kieler Landesbank. Dies stecke aber noch in den Anfängen.

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