Keine offizielle Stellungnahme
T-Mobile geht 2001 nicht mehr an die Börse

Die Deutsche Telekom wird ihre Mobilfunk-Tochter T-Mobile in diesem Jahr nicht mehr an die Börse bringen. Wie am Montag aus Branchenkreisen verlautete, wird die Handy-Sparte der Telekom wegen der anhaltend schwachen Marktsituation frühestens 2002 an den Markt gebracht.

Reuters FRANKFURT. Die Telekom hatte den ursprünglich für Herbst 2000 geplanten Börsengang von T-Mobile wegen der Übernahme des US-Mobilfunkers VoiceStream bereits verschoben. Der Bonner Konzern hatte bisher noch keinen neuen Termin für die Börsennotierung von T-Mobile genannt. Ein Sprecher der Telekom wollte auf Anfrage keine Stellungnahme zum Thema T-Mobile-Börsengang abgeben. Die T-Aktie tendierte im späten Handel am Montag mit 2,19 Prozent im Plus bei 25,71 Euro.

Am Dienstag wird die Telekom ihre Halbjahreszahlen bekannt geben. Zuletzt hatte T-Mobile-Chef und Telekom-Vorstandsmitglied Kai-Uwe Ricke vor knapp zwei Wochen gesagt, die Telekom wolle bis zum August über den Börsengang ihrer internationalen Mobilfunkfunkholding entscheiden. Die Telekom hatte eigenen Angaben zufolge von mehreren Ratingagenturen das Signal bekommen, dass ein Börsengang von T-Mobile noch in diesem Jahr als nicht notwendig angesehen wird, um die Kreditbewertungen zu halten.

Finanzmarktkreise, Telekom-nahe Banken und Analysten hatten sich zuletzt skeptisch zu den Aussichten für einen Börsengang noch in diesem Jahr geäußert. "Die Marktbedingungen zeigen eindeutig, das es im nächsten Jahr besser wäre", sagte ein Analyst. Ein Aufschub des Börsengangs käme nicht überraschend, hieß es auch bei einer Telekom-nahen Investmentbank. Auch der Börsengang-Experte einer Investmentgesellschaft sagte mit Blick auf die anhaltend schwachen Aktienmärkte: "Wenn man das Geld nicht unbedingt braucht, würde es im Moment absolut Sinn machen, einen Börsengang zu verschieben". Er könne sich gut vorstellen, dass auch die Telekom zu dieser Einsicht gekommen sei. Ebenso hatten Analysten gesagt, dass ein Börsengang "immer unwahrscheinlicher" werde, da der Aktienmarkt sich nicht erhole. "In den nächsten Monaten ist einfach kein guter Preis für Telekommunikationswerte zu erzielen", hieß es.

Die internationale Mobilfunksparte T International, -Mobile unter deren Dach die Telekom alle ihre Mobilfunk-Aktivitäten bündelt, ist nach Analysteneinschätzungen zwischen 70 und 80 Milliarden Euro wert. T-Mobile ist der zweitgrößte Mobilfunkanbieter in Europa nach Vodafone und zählte Ende Juni unter Berücksichtigung der Anteile an Minderheitsgesellschaften im Ausland weltweit 44 Millionen Kunden.

T-Mobile will sich nach den Übernahmen der beiden US-Mobilfunkunternehmen VoiceStream und Powertel als einziger transatlantischer Mobilfunkanbieter mit einem einheitlichen Mobilfunkstandard etablieren. Analysten sehen darin zwar eine Möglichkeit, sich von den Konkurrenten in Europa und den USA abzuheben. Aber T-Mobile sei noch keine international anerkannte Marke wie beispielsweise Orange, sagte ein Analyst, der nicht genannt werden wollte. "Ein guter Markennamen ist ein Wert an sich und T-Mobile ist nur in Deutschland ein Begriff. Das reicht nicht, um mit der Marke einen Vorteil zu bieten", sagte der Analyst.

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