"Keine Panik" auf dem internationalen Finanzgipfel
Konjunkturabschwung lässt alle bangen

Krise ja, aber bitte keine Panik, wir haben alles im Griff. So könnte die Botschaft des Finanzgipfels der USA, Japan und der anderen 21 Mitglieder des Asien-Pazifik-Forums (APEC) lauten, der am Sonntag in der ostchinesischen Stadt Suzhou zu Ende ging.

dpa SUZHOU. Die weltweite Konjunkturschwäche schickt nicht nur die Börsen in den Keller, sondern hat auch das Schreckgespenst einer neuen Asienkrise geweckt. Immer wieder ist von "Krise" die Rede, abwechselnd mit "zweifellos sehr ernste Lage" - nicht gerade ideal, um Finanzmärkten weltweit das nötige Vertrauen wiederzugeben.

Bei soviel Untergangsstimmung wachsen neue Risiken. "Es ist nötig, sehr vorsichtig mit dieser Situation umzugehen", warnte der ehemalige Vorsitzende der Bank of Tokio-Mitsubishi, Tasuku Takagaki. "Aber in Panik zu verfallen, wäre ein Fehler." Chinas Finanzminister Xiang Huaicheng sagte: "Wichtig ist, dass die Verbraucher zuversichtlich bleiben." Nur dann kann sich auch die US-Wirtschaft als Wachstumslokomotive der Welt wieder erholen.

Eigentlich sollte der Finanzgipfel ein solches Signal des Vertrauens geben, doch vor allem der Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF), Horst Köhler, drückte die Stimmung, als er für dieses Jahr nur noch 2,7 % Wachstum vorhersagte - wieder einen halben Prozentpunkt weniger als erwartet. Während keiner der Minister diese düstere Prognose wiederholte, blickten sie lieber auf das nächste Jahr, wenn alles besser werden soll.

Keine konkreten Schritte

US-Finanzminister Paul O'Neill rechnet bis dahin mit einer Erholung der US-Wirtschaft, auch IWF-Direktor Köhler sagt für 2002 wieder 3,6 % voraus. Auch wurden die chinesischen Organisatoren des Treffens nicht müde zu betonen, das heute ohnehin schon alles besser ist. "Der Rückgang ist anders als in der Asienkrise 1997", beteuerte Chinas Finanzminister. "Wir können heute vorhersagen, was passiert." So etwa, wann wieder Schwung in die US-Wirtschaft kommen wird. "Niemand wird mehr auf dem falschen Fuß erwischt."

Zuversichtlich äußerte sich auch der Vorsitzende der Citibank in Brunei und dessen Bankenvereinigung, Glen Rase. "Es gibt weitgehende Übereinstimmung über die Schwierigkeiten. Es gibt auch eine Einigung darüber, was wir alle zu tun haben", sagte Rase, der ein Treffen von 140 führenden Finanzinstituten geleitet hatte, das parallel zum Finanzgipfel lief. "Ich denke, wenn wir nach Hause gehen, können wir mit gewisser Zuversicht die Fragen vor uns angehen."

Konkrete Schritte konnte der APEC-Gipfel aber nicht beschließen, da seine 21 Mitglieder - von Thailand bis Mexiko, von Chile bis China - höchst unterschiedliche Antworten auf ihre jeweiligen wirtschaftlichen Probleme geben müssen. Der APEC-Gipfel komme aber "zur rechten Zeit", konterte Chinas Vizefinanzminister Jin Liqun Kritik, es werde in der APEC-Runde nur viel geredet, aber wenig getan. "Es muss ein Forum geben, um die Probleme zu diskutieren, bevor man mit Ideen kommen kann, um sie zu lösen."

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