Keine Prognosen
Airbus will 2003 trotz Krise Boeing überholen

Der europäische Flugzeughersteller Airbus rechnet ungeachtet der Luftfahrt-Krise und eines möglichen Irak-Kriegs weiterhin damit, in diesem Jahr erstmals den US-Rivalen Boeing zu überholen. "Wir wollen an unserem Ziel festhalten, 2003 rund 300 Flugzeuge auszuliefern", sagte Unternehmenschef Noël Forgeard in Toulouse.

HB/dpa TOULOUSE. Das Unternehmen sei von Stornierungen weitaus weniger betroffen, als die amerikanische Konkurrenz.

Prognosen für die Marktentwicklung bei einem Krieg im Irak wollte Forgeard nicht abgeben. "Wir verlassen uns auf Fakten, nicht auf Spekulationen." Problematisch sei zur Zeit auch der schwache Dollar. Deshalb wolle der Konzern seinen Sparkurs fortsetzen.

Boeing will in diesem Jahr 280 Flugzeuge für die zivile Luftfahrt ausliefern, 27 % weniger als 2002. Bereits im vergangenen Jahr hatte es auch zahlreiche Stornierungen gegeben, vor allem seitens der notleidenden US-Airlines.

Die Krise der amerikanischen Fluggesellschaften treffe Airbus nur bedingt, betonte Forgeard. Durch Kunden wie Northwest oder die neue Billig-Airline JetBlue sei Airbus in den Vereinigten Staaten gut vertreten. Mit 76 bestellten A320 ist die Gesellschaft einer der größten Kunden in Nordamerika. Vorbehalte auf Grund der deutsch- französischen Irak-Politik befürchtet der Konzernchef nicht. "Airbus ist auch ein britisches Unternehmen."

Als einen wesentlichen Wettbewerbsvorteil sieht Forgeard das neue Großraumflugzeug A380. "Wir haben momentan Halbzeit zwischen dem Programmstart Ende 2000 und dem Erstflug 2005. Alles läuft planmäßig", sagte der Airbus-Chef. Für das Flaggschiff mit 555 Sitzen stehen bisher 97 Bestellungen von neun Gesellschaften in den Büchern. Weitere Kunden für den Vierstrahler sieht der europäische Hersteller in der nächsten Zeit auch in China. Momentan gehen die Bauarbeiten für die A380-Produktionshallen an den Airbus-Standorten in Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Spanien in die Endphase. Die ersten Teile für das neue Flugzeug sind produziert. Im kommenden Jahr wird die erste Maschine montiert. 2006 soll die A380 in den kommerziellen Einsatz starten.

Weiteres Wachstum erwartet Forgeard auch im Bereich der Bord- Internetsysteme. Bei den Billigfluggesellschaften rechnet der Airbus - Chef mit einer Marktkonsolidierung. "Sie werden sich in ihren regionalen Märkten etablieren." Pläne für einen Concorde-Nachfolger verfolge Airbus zurzeit nicht.

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