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Keine Rabattschlacht zu Weihnachten - Klingelnde Kassen bei Kaufhof

Die Verbraucher werden beim Geschenkekauf zum Weihnachtsfest 2004 keine dicken Rotstiftpreise quer durch die Regale vorfinden. Deutschlands größter Handelskonzern Metro hält eine Neuauflage der ruinösen Rabattschlachten für unwahrscheinlich.

dpa-afx DÜSSELDORF. Die Verbraucher werden beim Geschenkekauf zum Weihnachtsfest 2004 keine dicken Rotstiftpreise quer durch die Regale vorfinden. Deutschlands größter Handelskonzern Metro hält eine Neuauflage der ruinösen Rabattschlachten für unwahrscheinlich. "Ich glaube das nicht", sagte Metro-Chef Hans-Joachim Körber am Freitag in Düsseldorf. Ähnlich hatte sich der Branchenverband HDE geäußert. Im diesjährigen Weihnachtsgeschäft würden sich die Preisnachlässe der beiden Vorjahre nicht noch einmal wiederholen. Als ein Verlierer der Rabattschlachten gilt der Handelskonzern Karstadt-Quelle AG , der in eine tiefe Krise stürzte. Die hohen Rabatte im Weihnachtsgeschäft 2003 glichen einem um Wochen vorgezogenen Winterschlussverkauf.

Die Metro AG will das laufende Jahr entgegen dem Branchentrend mit deutlichen Zuwächsen bei Umsatz und Gewinn abschließen. Körber unterstrich bei der Vorlage der jüngsten Quartalszahlen, dass der Konzernumsatz 2004 mindestens um sechs Prozent vor Wechselkurseffekten wachsen soll. Beim Ergebnis je Aktie werde 2004 eine Verbesserung von sechs bis zehn Prozent erwartet. Im dritten Quartal 2004 kletterte das Vorsteuerergebnis um 10,2 Prozent auf 208 Mill. Euro. Der Umsatz stieg um 4,7 Prozent auf 13,4 Mrd. Euro. Bei ihrer starken Expansion nach Osteuropa und Asien erreichte die Metro jetzt einen Meilenstein: Im dritten Quartal erlöste der Düsseldorfer Konzern erstmals mehr Geld im Ausland als in seinem deutschen Heimatmarkt.

Wachstumsmotor

Die Elektronikketten Media Markt und Saturn ("Ich bin doch nicht blöd" und "Geiz ist geil") erwiesen sich im dritten Quartal 2004 als dynamischster Wachstumsmotor. Der Umsatz von Media-Saturn kletterte um 13,6 Prozent. Die Praktiker-Baumärkte erzielten fast zehn Prozent mehr Umsatz. Die Stammsparte Metro-Großhandel nahm zwar insgesamt 4,7 Prozent mehr Umsatz ein, in Deutschland gingen die Erlöse aber um 1,4 Prozent zurück. Körber sprach von einem schwierigen Geschäftsverlauf im Lebensmittelbereich. Gesunkene Preise und der Trend zu No-Name- Produkten machten sich bemerkbar. Die Metro-Lebensmittelh ändler Real und Extra verbuchten Umsatzrückgänge. Extra rutschte tiefer in die roten Zahlen, weitere unrentable Extra-Märkte wurden geschlossen.

Die Warenhaustochter Kaufhof erzielte im dritten Quartal 2004 erstmals seit mehr als einem Jahr wieder ein Umsatzwachstum. Die Erlöse stiegen um 3,2 Prozent. Kaufhof habe von einer allgemein etwas besseren Nachfrage nach Textilen und der Jubiläumskampagne "125 Jahre" profitiert, erläuterte Körber. Die Warenhaustochter werde auch 2004 wieder schwarze Zahlen schreiben. Zur Kostensenkung werden in der Kaufhof-Hauptverwaltung in Köln wie angekündigt knapp 300 Stellen abgebaut. Das ist etwa jeder sechste Arbeitsplatz in der Kaufhof- Zentrale. Der Metro-Konzern habe seine Mitarbeiterzahl in Deutschland auf insgesamt gut 110 600 bis Ende September 2004 ausgebaut. Das seien fast 300 Vollzeitbeschäftigte mehr als zwölf Monate zuvor./

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